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Lena Seiferlin
Lena Seiferlin, SWR3; Foto: SWR3
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Prinz Harry und Herzogin Meghan ziehen sich aus der Monarchie zurück. Zum ersten Mal seit dieser Ankündigung hat Harry öffentlich über seine und Meghans Entscheidung gesprochen. Es wird deutlich: Er steht zu seiner Familie.

Nach all dem Trubel um Prinz Harry und Herzogin Meghan hat sich Harry nun das erste Mal selbst zu Wort gemeldet. In einer Rede vor Unterstützerinnen und Unterstützern der Wohltätigkeitsorganisation Sentebale in London sagte er von sich selbst, „einfach Harry“ zu sein, kein Prinz. Das Vereinigte Königreich sei sein Zuhause – und werde es immer sein.

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Harry: Traurig, dass es so gekommen ist

Er habe gesehen, wie Meghan mit offenen Armen empfangen worden sei. Und dass sie die gleichen Werte unterstütze wie er, dass sie noch immer die Frau sei, in die er sich verliebt habe.

„Als wir dann verheiratet waren, waren wir aufgeregt. Wir waren hoffnungsvoll – und wir waren hier, um zu dienen. Darum macht es mich sehr traurig, dass es jetzt so gekommen ist.“

Die Entscheidung zurückzutreten habe er sich nicht leicht gemacht, sagt Harry. Nach vielen fordernden Jahren habe es viele Wochen voller Gespräche gegeben. Es habe keine andere Wahl gegeben. „Wir verlassen nicht euch. Unsere Hoffnung war es, der Königin weiter zu dienen, dem Commonwealth und meiner militärischen Vereinigung“, sagt er und räumt ein, dass das leider nicht möglich gewesen sei.

Ein Schritt in ein friedlicheres Leben?

„Ich würde meine Familie immer aus allem raushalten, was ich je gekannt habe, um einen Schritt in ein hoffentlich friedlicheres Leben zu finden.“

Friedlicher als jetzt, wo „die Medien so eine mächtige Kraft“ seien. Harry sagt, er werde weiterhin den Menschen dienen. Es sei ein Privileg gewesen, so viele der Anwesenden kennenlernen zu dürfen. Er werde immer den höchsten Respekt für seine Großmutter haben und der gleiche Mann bleiben, der sein Land in Ehren halte.

Harry und Meghan verlieren Titel „Königliche Hoheiten“

Zuvor hatte sich gezeigt, dass ein weicher, langsamer Rückzug als Royals in Teilzeit für ihn und Meghan wohl nicht drin ist. Die Entscheidung über ihre neue Rolle ist deutlich ausgefallen.

Die beiden werden sich nicht länger „Königliche Hoheiten“ nennen, keine offiziellen Aufgaben für die Queen mehr übernehmen und das Geld für die Renovierung ihres Wohnsitzes zurückzahlen. Das teilte der Buckingham-Palast am Samstagabend mit. Auch seine Funktion im Militär muss Harry aufgeben.

Harry und Meghan im September auf ihrer Südafrika-Reise; Foto: picture alliance/Dominic Lipinski/PA Wire/dpa

Harry und Meghan im September auf ihrer Südafrika-Reise

picture alliance/Dominic Lipinski/PA Wire/dpa

Harry und Meghan suchen „eine neue fortschrittliche Rolle“

Harry und Meghan hatten vor rund zwei Wochen überraschend angekündigt, sich aus der ersten Reihe des britischen Königshauses zurückzuziehen und unabhängiger leben zu wollen. Sie kündigten an, ihre Zeit künftig zwischen dem Vereinigten Königreich und Nordamerika aufzuteilen. Medienberichten zufolge hatte das Paar die Königin und Harrys Vater Thronfolger Charles vorab nicht in seine Entscheidung eingebunden.

Harry, Meghan und Sohn Archie hatten zum Jahresende sechs Wochen „private Familienzeit“ in Kanada verbracht, Meghan kehrte inzwischen wieder dorthin zurück.

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Die Queen stimmte dem Rückzug aus der Monarchie zu

„Nach vielen Monaten des Nachdenkens und der Diskussionen haben wir uns entschieden, in dieser Institution eine neue fortschrittliche Rolle für uns zu finden“, schrieben Harry und Meghan auf Instagram. Sie wollten daher als Senior-Mitglieder der Royals zurücktreten – gemeint ist damit der innere Zirkel der königlichen Familie mit vielen Verpflichtungen.

Queen Elizabeth II. hatte Harrys und Meghans Wunsch nach einem Rückzug aus der ersten Reihe der Monarchie zugestimmt. Das teilte sie nach einem spontan einberufenen Familientreffen mit. Sie hätte es vorgezogen, wenn Harry und Herzogin Meghan sich weiter voll für das Königshaus engagiert hätten, doch sie respektiere den Wunsch nach Unabhängigkeit, hatte sie erklärt.

Charity statt königlicher Missionen

Harry und Meghan hatten eigentlich vor, die Queen und das britische Königshaus weiter zu unterstützen. Die „geografische Balance“ zwischen den zwei Staaten ermögliche, Söhnchen Archie einerseits mit Respekt für die royalen Traditionen zu erziehen, in die er hineingeboren sei. Andererseits wolle sich das Paar distanzieren, um sich mehr auf seine geplante Wohltätigkeitsorganisation und auf die Familie zu konzentrieren.

Doch nun wird es auch keine finanziellen Zuwendungen mehr für royale Aufgaben geben. Das Paar will demnach das Geld für die 2,4 Millionen Pfund (umgerechnet rund 2,8 Millionen Euro) teure Renovierung seines Wohnsitzes in Windsor, Frogmore Cottage, zurückzahlen. Das Anwesen auf dem Gelände von Schloss Windsor soll aber weiterhin das Zuhause der beiden in Großbritannien bleiben.