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Hans Liedtke
Hans Liedtke, SWR3; Foto: SWR3
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Nachdem Prinz Harry und Herzogin Meghan angekündigt hatten, sich aus der ersten Reihe des britischen Königshauses zurückzuziehen, lud die Queen zum Krisentreffen. Sie ging auf ihren Enkel zu.

Queen Elizabeth II. lässt ihren Enkel Prinz Harry in Teilzeit gehen. Die britische Königin stimmte seinem Wunsch nach einem Rückzug aus der ersten Reihe des Königshauses am Abend nach einem Familientreffen zu.

Sie hätte es vorgezogen, wenn Harry und Herzogin Meghan sich weiter voll für das Königshaus engagiert hätten, doch sie respektiere den Wunsch nach Unabhängigkeit, erklärte die Monarchin. Der Palast teilte mit, das Gespräch, um das die Queen Harry, seinen Bruder William und seinen Vater Charles gebeten hatte, sei konstruktiv gewesen.

Harry und Meghan suchen „eine neue fortschrittliche Rolle“

Harry und Meghan hatten am Mittwoch überraschend angekündigt, sich aus der ersten Reihe des britischen Königshauses zurückzuziehen und unabhängiger leben zu wollen. Sie kündigten an, ihre Zeit künftig zwischen dem Vereinigten Königreich und Nordamerika aufzuteilen. Medienberichten zufolge hatte das Paar die Königin und Harrys Vater Thronfolger Charles vorab nicht in seine Entscheidung eingebunden.

Harry, Meghan und Sohn Archie hatten zum Jahresende sechs Wochen „private Familienzeit“ in Kanada verbracht, Meghan kehrte inzwischen wieder dorthin zurück. Die Queen hatte bereits am Donnerstag auf eine „praktikable Lösung“ gedrängt, welche die Forderung des Paares nach mehr Freiheit berücksichtige.

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„Nach vielen Monaten des Nachdenkens und der Diskussionen haben wir uns entschieden, in dieser Institution eine neue fortschrittliche Rolle für uns zu finden“, schrieben Harry und Meghan auf Instagram. Sie würden daher als Senior-Mitglieder der Royals zurücktreten – gemeint ist damit der innere Zirkel der königlichen Familie mit vielen Verpflichtungen.

Charity statt königliche Missionen

Währenddessen habe man vor, die Queen und das britische Königshaus weiter zu unterstützen. Die „geografische Balance“ zwischen den zwei Staaten ermögliche, Söhnchen Archie einerseits mit Respekt für die royalen Traditionen zu erziehen, in die er hineingeboren sei. Andererseits wolle sich das Paar distanzieren, um sich mehr auf seine geplante Wohltätigkeitsorganisation und auf die Familie zu konzentrieren.

Fans sind verärgert

Für ihre Entscheidung müssen die beiden viel Kritik einstecken – nicht zuletzt aus dem Königshaus selbst.

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Viele Fans von Prinz Harry und seiner Frau Meghan machten ihrem Ärger wenig diplomatisch auf Instagram Luft: Auf der Plattform hagelte es viele böse Kommentare, die meist gegen die frühere US-Schauspielerin Meghan gerichtet waren. Dabei hatte diese bereits häufig klargemacht, wie schwierig ihr neues Leben sei. Auch dank der Boulevardpresse, die Meghan nicht in Ruhe lasse.

Im Gespräch mit SWR-Moderatorin Petra Waldvogel berichtet London-Korrespondent Thomas Spickhofen über die Schlagzeilen in Großbritannien und was auf die königliche Familie sowie Harry und Meghan selbst zukommen wird:

Harry und Meghan im November 2019 in London; Foto: picture alliance/Kirsty Wigglesworth/AP POOL/dpa

Nachrichten Korrespondent Spickhofen zu Harrys und Meghans Zukunft

Dauer

Harry und Meghan schon länger in der Kritik

Harry und Meghan waren schon in den vergangenen Monaten immer stärker in die Kritik geraten. So war ihnen zum Beispiel vorgeworfen worden, dass sie zu sehr auf ihr Privatleben pochten. Erst kürzlich hatten sie sich eine sechswöchige Auszeit von ihren Verpflichtungen genommen und waren mit ihrem Sohn nach Kanada gereist. Dort hatten sie mit Meghans Mutter die Weihnachtstage verbracht.