Stand:

Sie wollten ihren Kindern einen leichteren Zugang an der Uni verschaffen, deshalb sollen einige TV-Stars Bestechungsgelder gezahlt haben. Darunter auch die „Desperate Housewives“-Schauspielerin Felicity Huffman. Sie hat sich jetzt selbst als schuldig bekannt.

Es ging um Studienplätze an renommierten Universitäten wie Yale, Standford oder der Universität von Südkalifornien. Die Eltern zahlten über 15.000 bis zu 6 Millionen Dollar, um ihren Kindern einen Platz an einer Eliteuniversität zu sichern, da ihre Leistungen sonst wohl nicht ausgereicht hätten. Jetzt hat sich Felicity Huffman selbst schuldig bekannt.

Huffman Gesteht schuldig zu sein

Unter Tränen gestand sie bei ihrem Gerichtstermin, 15.000 Dollar gezahlt zu haben, um den Einstufungstest ihrer Tochter nachträglich verbessern zu lassen. Das Strafmaß soll die Richterin am 13. September verkünden, so die Staatsanwaltschaft in Boston. Der Anklage nach soll Huffman zu einer Haftstrafe von vier bis zehn Monaten verurteilt werden. Außerdem soll sie eine Geldstrafe von 20.000 Dollar zahlen.

„Ihre Tochter habe nichts von den Zahlungen gewusst“

Huffman war Mitte März in Los Angeles verhaftet worden und im April zum ersten Mal vor Gericht erschienen. Kurz darauf hatte sie ihre Schuld eingeräumt und angekündigt auf schuldig plädieren zu wollen. Sie schäme sich für ihre Tat, sagte die US-Schauspielerin damals. Ihre Tochter soll nichts von den Zahlungen gewusst haben. Mit ihrem Eingeständnis umgeht Huffman einen längeren Prozess. Gleichzeitig erinnert ihre Aussage sehr an ihre Schauspiel-Rolle der aufopferungsvollen Mutter Lunette bei den Desperate Housewives. Dort spielt sie eine Mutter, die alles für ihre Kinder tun würde.

Unter den Eltern sind auch weitere Hollywoodstars

Eliteunis; Foto: dpa/picture-alliance
dpa/picture-alliance

Zu den im Betrugsskandal verwickelten Eltern gehören auch berühmte Schauspielerinnen wie Lori Loughlin, die aus der Serie „Full House“ bekannt ist. Sie soll mit ihrem Mann rund 500.000 Dollar bezahlt haben, damit ihre Töchter für ein Ruderteam angemeldet werden, obwohl sie den Sport gar nicht ausüben. Leistungssportler haben Vorteile, wenn es um eine Unianmeldung geht.

Der zuständige Staatsanwalt in Boston betonte, es handle sich hier um den größten Universitätsanmeldungs-Skandal, den die US-Justiz bisher aufgedeckt habe. Insgesamt sollen 50 Personen angeklagt sein, darunter Dutzende Eltern und neun Trainer. Die Ermittler gehen davon aus, dass sie noch weitere Eltern finden werden, die an dem Skandal beteiligt sind.

Strippenzieher ist ein erfolgreicher Geschäftsmann

Im Zentrum der Bestechung steht ein Geschäftsmann, der organsierte, Tests zu fälschen und Trainer zu bestechen. Das geschah mit Hilfe einer Stiftung, die er selbst gegründet hat. An diese konnten die Eltern das Geld überweisen, um es so von der Steuer abzusetzen. Gegen die Universitäten selbst wird nicht ermittelt und auch viele der Studenten wussten wohl selbst nicht, dass ihnen der Platz von ihren Eltern verschafft wurde.