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Laura Bisch
Laura Bisch, SWR3; Foto: SWR3
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Es ist wohl ein Albtraum für jede Band, dass Hacker unfertige Aufnahmen veröffentlichen. Der britischen Band Radiohead ist genau das passiert. Aber statt sich erpressen zu lassen, hat die Band die Stücke selbst rausgebracht – und tut damit sogar etwas Gutes fürs Klima.

Alles hatte mit einem Datenklau angefangen: Ein Hacker hatte rund 18 Aufnahmen der Band erbeutet, die noch nicht fertiggestellt und veröffentlicht waren. Die Musik sei um die Zeit ihres Albums „OK Computer“ entstanden, das 1997 erschienen war und zu einem großen Erfolg für die Band wurde. Das schreiben Radiohead auf ihrer Facebookseite.

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Außerdem gaben die Musiker dort bekannt, dass der Hacker sie erpresst habe: Er habe 150.000 Dollar gefordert und damit gedroht, sonst die Songs zu veröffentlichen.

Erpressung war keine Option für Radiohead

Radiohead Frontmann Thom Yorke; Foto: picture alliance/Andrew Milligan/PA Wire/dpa

Thom Yorke, der Frontmann von Radiohead, steht bei einem Festival auf der Bühne. 

picture alliance/Andrew Milligan/PA Wire/dpa

Sich erpressen zu lassen sei aber keine Option für Radiohead gewesen – aber man habe die Attacke auch nicht einfach ignorieren wollen. Deshalb kündigten die Musiker am Dienstag an, die 18 Aufnahmen nun selbst auf ihrer Seite zu veröffentlichen.

In den nächsten 18 Tagen können Fans die Sammlung von Demos, alternativen Versionen verschiedener Songs und Live-Aufnahmen dann für insgesamt 18 Pfund herunterladen. Das Geld, dass die Band dadurch einnimmt, soll komplett an die Klimaschutzorganisation „Extinction Rebellion“ gehen.

Radiohead reagieren souverän

Radiohead sehen die Angelegenheit scheinbar generell gelassen. In ihrem Facebook-Posting schreibt die Band:

Für 18 Pfund könnt ihr jetzt also herausfinden, ob wir das Lösegeld hätten zahlen sollen. Es ist nur am Rande interessant. Und sehr, sehr lang.

Radiohead auf Facebook

Die Message der Band ist klar: Alles nicht so schlimm. Am Ende ihres Postings schreiben die Musiker deshalb: „Ziemlich regnerisch draußen, was?“

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