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Jérôme Boateng muss 1,8 Millionen Euro zahlen: Ein Gericht verurteilte ihn wegen Körperverletzung an seiner Freundin. Boatengs Anwalt kündigte jetzt Berufung an.

Der frühere Fußball-Nationalspieler Jérôme Boateng wehrt sich gegen seine Verurteilung vor Gericht: Sein neuer Anwalt legte Berufung gegen das Urteil ein. Das bestätigte eine Sprecherin des Amtsgerichts München dem Sport-Informations-Dienst. Das Amtsgericht München hatte den Ex-Nationalspieler vor einer Woche zu einer Geldstrafe von 1,8 Millionen Euro verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Boateng seine Freundin verletzt und beleidigt hat.

Auch die Staatsanwaltschaft und die Nebenklage haben Rechtsmittel gegen das Urteil eingelegt. Mit der Berufung befasst sich das Landgericht München.

Geboxt, gebissen und beleidigt

Die Staatsanwaltschaft in München wirft Jérôme Boateng vor, seine Ex im Juli 2018 bei einem Urlaub in der Karibik attackiert zu haben. Laut Anklage soll er sie geschlagen, geboxt, ihr in den Kopf gebissen, sie auf den Boden geschleudert und dabei heftig beleidigt haben. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Bewährungsstrafe von anderthalb Jahren und eine Geldauflage von 1,5 Millionen Euro gefordert.

Hat Boateng seine Ex geschlagen?

Ein sachverständiger Mediziner hatte mit seiner Einschätzung die Schilderung des mutmaßlichen Opfers gestützt. Die Befunde seien weitgehend übereinstimmend mit der Hergangsschilderung von Boatengs Ex-Freundin.

Boateng hatte die Vorwürfe zurückgewiesen und betont, er habe sie nie geschlagen. Er habe sie nur von sich weggestoßen, als sie auf ihn losgegangen sei. Dabei sei sie dann gestolpert.

Der Fußball-Profi und ehemalige Nationalspieler Jerome Boateng (r) steht zu Beginn des Prozesses gegen ihn im Amtsgericht München mit seinen Anwalt Kai Walden zusammen. Gegen Boateng wird wegen des Vorwurfs der Körperverletzung verhandelt.  (Foto: DASDING, picture alliance/dpa | Peter Kneffel)
Boateng (r) steht neben seinem Anwalt. picture alliance/dpa | Peter Kneffel

1,8 Millionen Euro – keine Bewährung

Das Gericht ging am Ende im Urteil nur von „einem Faustschlag“ ins Gesicht aus. Das Amtsgericht München verhängte dann eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je 30.000 Euro, der höchstmögliche Tagessatz. Insgesamt muss Boateng also 1,8 Millionen Euro zahlen.

Boateng spielte lange beim FC Bayern München. Mittlerweile wechselte der Verteidiger nach Frankreich zu Olympique Lyon. Für den Prozess reiste er nach München.

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