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Kein Teenager stand in den vergangenen Jahren so im Fokus der Weltöffentlichkeit wie Greta Thunberg. Jetzt wird die junge Klimaaktivistin volljährig, bleibt aber Vorbild für Millionen Kinder rund um den Globus.

Wieder und wieder hat Greta Thunberg darauf hingewiesen, dass es nicht die Verantwortung von Kindern sein könne, die Erde vor der drohenden Klimakatastrophe zu retten.

Ich bin zu jung für das hier. Wir Kinder sollten das nicht tun müssen.

Greta Thunberg (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Christian Charisius)

Nachrichten Greta Thunberg wird 18

Dauer

Ein Kind ist Thunberg nun nicht mehr. Am Sonntag (3.1.) wird die weltberühmte Klimaaktivistin 18 Jahre alt. Das ist auch in Schweden mit der Volljährigkeit verbunden, und einer Reihe von Rechten: Alleine Auto fahren zum Beispiel, heiraten – und wählen, was für sie wohl besonders wichtig sein wird. „Jede Wahl ist eine Klimawahl“, hat Thunberg öfter gesagt. Jetzt kann sie selbst ihre Stimme abgeben, unter anderem bei der nächsten schwedischen Parlamentswahl im Spätsommer 2022.

Thunberg: „Skolstrejk för klimatet“

Das Thema Klimawandel begleitet die am 3. Januar 2003 geborene Stockholmerin schon lange. Erstmals hat sie nach eigenen Angaben mit acht Jahren von Umweltzerstörung und Erderwärmung gehört. Daraus entstanden Sorgen, die in der Kindheit in einer Depression mündeten.

Im Sommer 2018 kaufte sie sich schließlich mit ihrem Vater ein Stück Holz, auf das sie mit großen schwarzen Buchstaben „Skolstrejk för klimatet“ (Schulstreik fürs Klima) schrieb. Damit hockte sich das damals 15-jährige Mädchen zu Beginn des neuen Schuljahres vor den Reichstag in Stockholm, um die schwedische Politik zum stärkeren Klimaschutz und Befolgen der Klimaziele von Paris aufzurufen. Als Zeichen der Dringlichkeit ihres Anliegens schwänzte Thunberg dafür die Schule – zunächst täglich, dann ausschließlich freitags.

Fridays or Future

Ihre Aktion verbreitete sich über die sozialen Netzwerke rasant. Die Klimabewegung Fridays for Future entstand, und aus Thunbergs stillem Solo-Protest entwickelten sich innerhalb von Monaten internationale Großproteste, bei denen Millionen Menschen in aller Welt nach Thunbergs Vorbild für mehr Klimaschutz auf die Straße gingen.

Ihre Privatsphäre schützt sie mittlerweile stark. Interviews mit ihr sind seltener geworden - und wenn, dann mahnt sie, das Augenmerk auf Klimafragen statt auf sie als Person zu legen - steigende Temperaturen, heftigere Naturkatastrophen, Meeresspiegelanstieg. Darum soll es gehen.

Die Fridays for Future wurden durch die Corona-Pandemie etwas ausgebremst. Vereinzelt demonstrierten die vorrangig jungen Aktivistinnen und Aktivisten dennoch. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Ole Spata (Archiv))
Die Fridays for Future wurden durch die Corona-Pandemie etwas ausgebremst. Vereinzelt demonstrierten die vorrangig jungen Aktivistinnen und Aktivisten dennoch. picture alliance/dpa | Ole Spata (Archiv)

Thunberg: „keine Grauzonen, wenn es ums Überleben geht“

Thunberg ist in Wirklichkeit zurückhaltend, hat eine leise Stimme und einen unterschwelligen Humor. Sie hat Asperger, eine Form von Autismus, die sie selbst als Vorteil bezeichnet. Vieles sei für sie einfach entweder schwarz oder weiß, einen Mittelweg gebe es oft nicht für sie, sagt sie. Auf die drohende Klimakatastrophe bezogen heißt das: Ein bisschen Weltretten geht eben nicht. „Es gibt keine Grauzonen, wenn es ums Überleben geht.“ Und so warf sich Thunberg über Jahre mit voller Kraft in den Klimakampf.

Manchen zu radikal

2019 erlebten die von ihr inspirierten Klimaproteste vorläufig ihren Höhepunkt, 2020 wurde dem durch Corona vorübergehend Grenzen gesetzt. Thunberg kämpfte weiter. Traf im Sommer Angela Merkel, um gemeinsam mit engen Mitstreiterinnen wie Luisa Neubauer aus Deutschland sowie Anuna de Wever und Adélaïde Charlier aus Belgien mit der Bundeskanzlerin über die EU-Klimapolitik zu sprechen.

Für ihren Klimakampf segelte sie bis in die USA. Bis heute konnte und kann Thunberg nicht jeden mit ihrer Botschaft abholen. Ihr veganer, auf neue Klamotten und weitgehend auf Flugreisen verzichtender Lebensstil ist manchen zu radikal.

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