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Judith Schneider (Foto: SWR3)
Svenja Maria Hirth (Foto: SWR3)

Es kann ziemlich Überwindung kosten – aber wer es jetzt schon macht, hat es hinter sich und bekommt womöglich auch sein Geld früher zurück. Also, los geht's. Tipps für die Steuererklärung 2020 gibt's hier:

Die Steuererklärung während Corona

In 2020 lief wegen Corona so einiges anders, weshalb auch die Steuererklärung in einigen Punkten anders aussehen kann. Laut dem Bund der Steuerzahler sollte man auf Folgendes achten:

  1. Homeoffice-Pauschale: Bisher galt die Regel: Nur wer ein separates Arbeitszimmer hat, kann es auch absetzen. Bis jetzt! Die neue Steuerpauschale ermöglicht allen, die zum Beispiel an einem Küchentisch oder in einem privaten Raum gearbeitet haben, 5 Euro pro Tag abzusetzen. Allerdings gilt sie nur für maximal 120 Tage und bringt damit höchstens 600 Euro pro Jahr.
  2. Kurzarbeitergeld: Arbeitnehmer, die Kurzarbeitergeld von mehr als 410 Euro im Jahr erhalten haben, sind verpflichtet, eine Einkommensteuererklärung abzugeben. Dies kann in Einzelfällen zu einer Steuernachzahlung führen. Bei vielen Arbeitnehmern entsteht aber eine Erstattung. Mehr Informationen gibt es hier.
  3. Corona-Hilfen vom Staat: Wer als Unternehmer oder Soloselbstständiger zum Beispiel Corona-Soforthilfe oder Überbrückungshilfe erhalten hat, muss dies in einer gesonderten Anlage erklären.

Was kann außerdem von der Steuer abgesetzt werden?

Zum Beispiel:

  • Alle Kosten, die direkt mit dem Beruf zu tun haben. Wer etwa einen neuen Laptop kauft, den er auch dienstlich nutzt, kann ihn in der Steuererklärung angeben.
  • Fahrtkosten zur Arbeit oder Umzugskosten – sofern der Umzug beruflich bedingt war.
  • Kosten für die Altersvorsorge, Rechnungen für Handwerker oder der Lohn der Haushaltshilfe sind teils absetzbar
  • Kosten für eine Beerdigung können berücksichtigt werden, zumindest wenn sie höher sind, als das Erbe

Generell gibt es derzeit bei allgemeinen außergewöhnlichen Belastungen eine Grenze, bis zu der man die Kosten selbst tragen muss. Hebt am besten alle Belege für Kosten im Zusammenhang mit Krankheit auf, insbesondere hohe Rechnungen wie zum Beispiel eine Brille oder den Zahnersatz.

Verlängerte Frist für Steuereklärung in 2020

Normalerweise muss man seine Steuererklärung immer bis zum 31. Juli abgegeben haben. Da dieses Datum in diesem Jahr auf einen Samstag fällt, verlängert sich die Frist bis zum 2. August.
Sie gilt für alle, die gesetzlich verpflichtet sind, eine Steuererklärung zu machen – und die sie selbst machen. Also zum Beispiel:

  • Jeder, der eine individuelle Lohnsteuerermäßigung beantragt hat und deswegen schon übers Jahr gesehen weniger Steuern gezahlt hat.
  • Pendler mit Zweitwohnsitz oder besonders langen Fahrtwegen, bei denen dadurch hohen Kosten entstehen.
  • Menschen, die Pflegekosten oder Unterhalt zahlen.
  • Jeder, der mehr als 410 Euro Kranken- oder Elterngeld bekommen hat, Arbeitslosen- oder Kurzarbeitergeld bekam.
  • Selbstständige oder Menschen, die zusätzlich zu einer Anstellung freiberuflich arbeiten.
  • Jeder, der ein Haus oder Wohnungen vermietet und damit mehr als 9.000 Euro steuerfrei einnimmt.

Im Zweifel beim Finanzamt nachfragen

Einfacher ist es bei Arbeitnehmern mit der Steuerklasse I, die keine sonstigen Einkünfte haben und auf die keine der oben genannten Punkte zutrifft – die müssen in der Regel keine Steuererklärung machen, so die SWR-Wirtschaftsredaktion. Sie können es aber freiwillig tun – auch noch bis zu vier Jahre später. Für das Jahr 2020 also bis spätestens Silvester 2024.

Was passiert, wenn ich die Steuererklärung zu spät einreiche?

Ein paar Tage sind normalerweise kein Problem. Wenn es deutlich später werden sollte, solltest du am besten eine Fristverlängerung beantragen. Geht die Steuererklärung innerhalb von 14 Monaten ein, können die Behörden entscheiden, ob sie einen Verspätungszuschlag von mindestens 25 Euro pro Monat ansetzen. Dauert es noch länger, sind die Zuschläge aber verpflichtend. Dazu können Zwangsgelder kommen, eine Steuerschätzung und Verspätungszinsen.

Lohnt sich der Aufwand?

Neun von zehn Leuten zahlen übers Jahr gesehen zu viele Steuern und bekommen deshalb Geld zurück. Nach Zahlen des statistischen Bundesamtes sind es im Durchschnitt 1.007 Euro. Dass jemand Steuern nachzahlen muss, ist selten – aber nicht ausgeschlossen. Wer die Steuererklärung freiwillig gemacht hat, kann sie innerhalb eines Monats zurückziehen und damit die Nachzahlung abwenden.

Welche Belege und Bescheinigungen müssen dabei sein?

Anders als früher müssen nur dann Belege mit der Steuererklärung eingereicht werden, wenn das im Formular ausdrücklich verlangt wird. Ansonsten wird die Steuererklärung ohne Belege abgeschickt. Trotzdem musst du alles, was du in deiner Steuererklärung geltend machst, belegen können. Das Finanzamt kann die Nachweise nachfordern – im Fall einer Steuerhinterziehung bis zu zehn Jahre lang.

Wie lange dauert es, bis der Bescheid kommt?

Finanzbeamte sind nicht verpflichtet, die Steuererklärung innerhalb einer bestimmten Frist zu bearbeiten. In der Regel dauert es zwischen vier und acht Wochen, bis der Bescheid im Briefkasten liegt. Wer nach drei Monaten noch nichts gehört hat, kann nachfragen. Nach sechs Monaten kann man die Bearbeitung auch anmahnen.

Welche Strafen drohen bei einer Steuerhinterziehung?

Werden bis zu 50.000 Euro Steuern hinterzogen, droht in der Regel eine Geldstrafe, danach ist auch eine Haftstrafe oder eine Kombination aus beidem möglich. In einigen Fällen kann die Strafe zur Bewährung ausgesetzt werden, bei besonders schweren Taten sind bis zu zehn Jahre Haft möglich.

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