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Kronen, Inlays oder Implantate – wer größere Eingriffe beim Zahnarzt machen lässt, bekommt häufig eine teure Rechnung. Wir klären: Was bringen Zahnzusatzversicherungen und für wen sind sie wirklich sinnvoll.

Eine gewissenhafte, regelmäßige Zahnpflege und Kontrollbesuche beim Zahnarzt helfen, die Zahngesundheit zu erhalten. Noch nie waren in Deutschland so viele Kinder kariesfrei wie heute. Und auch bei den jüngeren Erwachsenen von 35 bis 44 Jahren gibt es immer weniger Karies und Parodontalerkrankungen. Das zeigt die 5. Mundgesundheitsstudie des Instituts der Deutschen Zahnärzte.

Trotzdem gibt es fast niemanden, der nicht spätestens ab Mitte 40 etwas Größeres an den Zähnen richten lassen muss. Der häufigste Fall: Weil der Zahn mit einer Füllung nicht zu retten ist, muss er überkront werden. Gesetzlich Krankenversicherte bekommen pro Jahr rund 4,1 Millionen solcher Kronen und damit auch eine Rechnung, die meist nicht ganz billig ist. Je wichtiger die Ästhetik bei dem zahnmedizinischen Eingriff, desto höher die privat zu zahlenden Kosten.

Nun hat die Stiftung Warentest 243 Zahnzusatzversicherungen geprüft. Michael Herr aus der SWR-Wirtschaftsredaktion hat sich das Ergebnis angeschaut.

Wie ist der Stiftung Warentest zu Zusatzversicherungen ausgefallen?

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Michael Herr: Im Prinzip ganz gut. 76 der getesteten Versicherungen haben die Note sehr gut bekommen. Bei den Kosten gibt es aber riesige Unterschiede. Einige Versicherungen gibt es für 40-Jährige schon für 3 Euro im Monat. Da bekommt man dann aber nur die Kosten für die Metallkrone erstattet. Für das Rundumsorglospaket, bei dem ich auch das schönste und teuerste Implantat bezahlt bekomme, kann man bis zu 66 Euro im Monat zahlen.

Aber auch bei Tarifen, die die gleichen Leistungen bieten, gibt es große Preisunterschiede. Vor dem Abschluss sollte man also auf jeden Fall checken: Welche Leistungen soll meine Versicherung übernehmen – und welcher ist dafür der günstigste Tarif.

Stiftung Warentest empfiehlt übrigens, sich frühzeitig darum zu kümmern. Weil viele Kosten erst voll erstattet werden, wenn man schon ein paar Jahre versichert ist. Also bestenfalls Versicherung abschließen, solange die Zähne noch gesund sind.

Wann brauche ich eine Zahnzusatzversicherung?

Michael Herr: Irgendwann im Leben braucht ja fast jeder Mal eine Krone oder eine Brücke. Und die Krankenkassen zahlen eben nur einen Teil der Kosten dafür, normalerweise zwischen 50 und 65 Prozent. Und da kommen dann eben die privaten Zusatzversicherungen ins Spiel, die übernehmen dann diesen Eigenanteil.

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Besonders sinnvoll kann so eine Versicherung übrigens für Leute sein, die beim Zahnersatz auch ein bisschen aufs Aussehen achten. Wer schon weiß, dass er unbedingt eine Keramikkrone haben will, die fast wie der normale Zahn aussieht, der sollte unbedingt über eine Zusatzversicherung nachdenken: Denn solche schöneren Lösungen sind oft deutlich teurer. Die können schonmal so viel kosten wie ein Gebrauchtwagen. Von der normalen Krankenkassen bekommt man aber trotzdem immer nur den Zuschuss für die günstigste Lösung. Da kann man gerne mal auf ein paar tausend Euro sitzen bleiben. Wer eine passende Zusatzversicherung hat, bekommt die Kosten dann erstattet.

Mit den leistungsstärksten Tarifen decken gesetzlich Versicherte auch bei teurem Zahnersatz zusammen mit dem Anteil ihrer Krankenkasse 80 bis 100 Prozent der Rechnung. Sie kosten unseren Modellkunden beim Abschluss mit 43 Jahren zwischen 11 und 66 Euro im Monat.

Gegenüber den Vorgängeruntersuchungen gibt es jetzt noch mehr sehr gute Angebote. Neukunden können also unter vielen leistungsstarken Tarifen auswählen.

Versicherte mit älteren Verträgen sollten prüfen, ob sie sich durch einen Wechsel in einen höherwertigen Tarif bei ihrem derzeitigen Versicherer verbessern können.

Checkliste: Brauche ich eine Zahnzusatzversicherung?

Nicht jeder Patient braucht unbedingt eine Zahnzusatzversicherung. Der erste Schritt ist: schauen, was die gesetzliche Krankenkasse an Leistungen bietet. Wenn man als Patient den Zahnersatz als Leistung wählt:

  • kann man eine medizinisch ausreichende Zahnversorgung durchführen lassen, auch Regelversorgung genannt. Hier werden bis zu 65% der Kosten durch die Krankenkasse erstattet werden.
  • bekommt man als Geringverdiener den kompletten Zahnersatz von der Krankenkasse bezahlt. Die Härtefallgrenze liegt derzeit bei 1246€ brutto, so das Finanzportal Finanztip.
  • kann man sich überlegen: Habe ich genug Geld übrig? Wünsche ich mir Sonderleistungen beim Zahnarzt? Dann kann ich entweder selbst Geld zurücklegen oder es in eine Zahnzusatzversicherung investieren.

Checkliste: Welche ist die richtige Zahnzusatzversicherung?

Um individuell die beste Zahnzusatzversicherung zu finden, sollte man sich folgende Fragen stellen:

  • Welcher Anteil der Privatrechnung wird von der Versicherung übernommen?
  • Gibt es einen Höchstbetrag für die Erstattung?
  • Wird bei Implantaten auch das Rundherum bezahlt, also beispielsweise der Knochenaufbau?
  • Sind die Gesundheitsfragen im Fragebogen sorgfältig beantwortet?

3 wichtige Tipps zur Zusatzversicherung

1. Nicht alle Zähne zählen

Für fehlende Zähne oder für Zähne, an denen der Zahnarzt bereits etwas behandelt hat, zahlt die Zusatzversicherung nicht.

2. Frühzeitig informieren

Am besten ist es laut Stiftung Warentest außerdem, sich um eine leistungsstarke Zusatzversicherung zu kümmern, solange das Gebiss noch einwandfrei und möglichst wenige Zähne medizinisch behandelt sind:

Denn ein frisch abgeschlossener Vertrag nützt wenig, wenn eine größere Zahnsanierung ansteht. Zu Beginn eines neuen Vertrags gelten oft acht Monate Wartezeit, während derer es keine Kostenübernahme für Zahnersatz gibt.

3. Nicht schummeln

Und: Die Gesundheitsfragen für den Abschluss der Versicherung sollten unbedingt gewissenhaft und korrekt ausgefüllt sein. Die Überprüfung der Angaben findet seitens des Versicherers meist erst statt, wenn Kostenerstattung beantragt wird. Und wenn dann auffällt, dass beispielsweise schon früher Zähne behandelt wurden und das nicht in den Unterlagen steht, dann fallen sie aus der Zusatzversicherung raus.

Das kannst du gegen hohe Zahnarztrechnungen tun

Finanzexpertin Barbara Sternberger-Frey gibt Tipps, wie die Zahnarztrechnung ein bisschen günstiger wird. Beispielsweise sollten wir das Bonusheft beim Zahnarzt pflegen, damit der Festzuschuss der Krankenkassen steigt.

Wir weisen also nach, dass wir regelmäßig nach unseren Zähnen gucken lassen und damit sagt dann die Krankenkasse: Okay, wer sich gewissenhaft um seine Zahngesundheit kümmert, der bekommt auch einen Bonus dafür. „Wenn ich fünf Jahre das geführt habe, habe ich statt 50 dann 60% Anspruch, nach 10 Jahren 65%. Aber natürlich nur, wenn dieses Bonusheft auch wirklich lückenlos geführt wurde“, so die Finanzexpertin.

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