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Kira Urschinger (Foto: SWR3)

Den Spruch kennen wir: „Bier auf Wein, das lass sein. Wein auf Bier, das rat ich dir“ – aber was ist dran an dieser Volksweisheit? Wird der Kater wirklich doppelt so schlimm, wenn wir den Alkohol in falscher Reihenfolge trinken?

Klar, wer Alkohol trinkt, sollte als erstes mal einen Tipp beherzigen: zu viel ist nicht gut und wer ordentlich gebechert hat, der muss wahrscheinlich damit klarkommen, am nächsten Tag einen Kater zu haben.

Trotzdem ist es ja interessant zu wissen, ob eine bestimmte Kombination von Alkohol den Kater schlimmer macht. Da gibt es also diese Weisheit: „Bier auf Wein, das lass sein. Wein auf Bier, das rat ich dir“. Damit haben sich Mediziner auseinander gesetzt und geguckt, ob da wirklich etwas dran ist – ob sich da wissenschaftlich ein Zusammenhang herstellen lässt.

Alkohol-Studie mit Weißwein und Lagerbier

Die Gruppe von Forschern der britischen University of Cambridge haben dazu ein aufwändiges Verfahren entwickelt. Denn einen Kater zu messen, ist gar nicht so einfach. „Alleine die Planung hat zwei Jahre gedauert“, berichtet Kai Hensel, der die Untersuchung angestoßen hat, im Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin Spiegel. Das Konzept dazu habe er gemeinsam mit anderen Professoren bereits entworfen, als er noch in Nordrhein-Westfalen an der Universität Witten/Herdecke tätig gewesen war.

In der durchgeführten Studie gaben die Wissenschaftler ihren Probanden Weißwein und Lagerbier zu trinken. Eine Gruppe begann mit Wein und trank dann weiter mit Bier, eine zweite Versuchsgruppe konsumierte den Alkohol genau umgekehrt und eine Kontrollgruppe trank ausschließlich Bier oder Wein – ohne zu mischen. Der Auftrag: 1,1 Promille erreichen. Das sei nötig, so die Forscher, um aussagekräftige Ergebnisse zu bekommen.

In der Gruppe der Versuchspersonen war außerdem ein möglichst breites Spektrum von Personen vorhanden: männlich, weiblich, unterschiedliches Körpergewicht. Außerdem haben die Teilnehmer vorher alle dasselbe zu essen bekommen – so wollten die Forscher vermeiden, dass der Alkohol wegen unterschiedlicher Grundvoraussetzungen bei manchen mehr zuschlägt und bei anderen weniger.

Wir haben an manchen Versuchstagen zwölf Kilo Nudeln gekocht.

Kai Hensel zum Spiegel

Ein Kater für die Wissenschaft

Nachdem Trinken – für die einen zuerst Bier und dann Wein, für die anderen umgekehrt – durften die Probanden schlafen gehen.

Am nächsten Morgen mussten sie dann acht verschiedene körperliche Symptome einschätzen: von Müdigkeit über Schwindel bis Übelkeit und das allgemeine Kater-Gefühl. Jeweils auf einer Skala von null bis sieben. Diese Selbsteinschätzung verglichen die Forscher miteinander.

Alle Ergebnisse und Details: Hier geht's zur Studie

Studie widerlegt die Bier-Wein-Volksweisheit

Das Ergebnis: Die Volksweisheit, dass die Reihenfolge der Alkoholika beim Trinken sich auf den Körper auswirkt, sei falsch – jedenfalls für die geprüften Getränke (Lagerbier und Weißwein). Es gab keine Unterschiede bei den Versuchspersonen, unabhängig davon, ob sie zuerst Wein oder Bier getrunken haben.

Interessant ist aber auch, woher diese Redewendung wohl kommt: Denn früher konnten sich arme Menschen nur Bier leisten – das Getränk der einfachen Leute. Wein war den reicheren Leuten vorbehalten. Wer gesellschaftlich aufstieg, der trank also auf Bier dann neuerdings Wein – und das war gut. Eine umgekehrte Reihenfolge würde einen gesellschaftlichen Abstieg bedeuten und war damit natürlich negativ behaftet.

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