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Kevin Frisch
Kevin Frisch (Foto: SWR3)
SWR3

Von Aerobic bis Zumba – Hochschulsportgruppen bieten heutzutage fast alles an. Am KIT Karlsruhe gibt es sogar eine Gruppe für eSport. Und die ist ziemlich erfolgreich.

In Selinas Wohnung stehen, neben Büchern zu ihrem Studium Geoökologie, zwei Computer. Einer für sie, einer für ihren Mitbewohner. Mit ihrem Team ist Selina in der letzten Saison sogar deutscher Meister in der Uniliga geworden. Ihre Disziplin: der Egoshooter Overwatch.

Artikelbild (Foto: SWR)
Selina spielt für die Universität den Ego-Shooter Overwatch. Beim Training sitzt Selina nicht mit ihren Teamkollegen zusammen, sondern alleine zu Hause. Über das Internet kommuniziert sie mit ihrem Team.

Morgens studieren – abends zocken

Bei dem Spiel geht es um Teamwork, die richtige Taktik, viel Absprache, eine gute Hand-Auge-Koordination und Reaktionsgeschwindigkeit. Jeder muss wissen, wann genau er was genau tut. Das braucht viel Training.

Ich hab' tagsüber eben studiert und abends gezockt – das hat sich ganz gut eingespielt.

Mit ihrem Studium ist Selina fast fertig. Darum ist Selina jetzt keine Stammspielerin mehr im Team, sondern Auswechselspielerin – Stand-In, heißt das im eSport. Während viele Studierende am Abend noch lernen, zockt Selina lieber. Abends zu lernen war nie so ihr Ding.

Joa, das mach ich eher selten. Da kann ich mich nicht mehr so gut konzentrieren und wenn dann alle anderen zocken, hab ich irgendwie auch Lust.

Eine Zeit lang war sie sogar Divisionsleiterin bei Overwatch – hat also geschaut, wie die Teams in der Liga dastehen und auch nach neuen Spielern für ihr Team gesucht.

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Es geht um mehr als eSport

Ebenfalls im eSports-Hochschulteam ist Nico. Er zockt nicht nur selbst im eSports-Team der Hochschule, sondern ist auch im Vorstand. Er beobachtet unter anderem auch die Spieler und schaut, dass sie die Hochschule angemessen repräsentieren.

Ein Spiel ausfallen lassen oder den Gegner beleidigen, geht halt gar nicht.

eSport wurde am KIT ganz bewusst und offiziell in den Hochschulsport aufgenommen. Das Institut für Sportwissenschaft arbeitet eng mit den eSportlern zusammen. Es wird erforscht, wie fit die Zocker sind, wie ihre Reaktionsgeschwindigkeit ist, oder auch wie eSport von der Öffentlichkeit wahrgenommen wird.

Entweder eSport oder studieren

Das hat Vorteile für die eSportler und die Uni. Selina muss aber zugeben: Außerhalb der Uni-Liga ist das Niveau nochmal etwas höher. Studieren und gleichzeitig eine Karriere bei einem Profi-Team starten, ist kaum möglich. Da muss man sich entscheiden.

Ich hätte jetzt auch nicht die Zeit, so viel zu zocken wie es bei so einem Pro-Team verlangt wird. Und ich glaub das hätte keiner, der noch studiert. Außer er studiert nur so nebenher und zockt hauptberuflich, aber das macht bei uns jetzt keiner.

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