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Seit Juni sollten die Energiepreise für drei Monate sinken – damit stieg die Hoffnung auf weniger Verzweiflung beim Tanken! Schon ein Tag nach der Einführung stiegen die Preise aber wieder. Wir checken, was der Rabatt wirklich bringt.

Der Tankrabatt: Hier gibt's alle Infos

Was ist der Tankrabatt?

In vielen Bereichen des alltäglichen Lebens sind die Preise in den letzten Monaten stark angestiegen. Der Tankrabatt ist Teil eines Entlastungspakets, das Anfang Mai beschlossen wurde. Mit dem Rabatt sollen die Bürgerinnen und Bürger jetzt finanziell entlastet werden, dafür wird die Energiesteuer von Juni bis August für drei Monate gesenkt.

Für welche Kraftstoffe gilt der Tankrabatt?

Egal ob Diesel, Benzin, Flüssig- oder Erdgas: Die Steuersenkung gilt für alle Kraftstoffe, die an Tankstellen gekauft werden können. Das schreibt das Bundesministerium für Finanzen.

Wie hoch ist der Tankrabatt?

Die Steuersätze von Benzin werden um 29,55 Cent pro Liter gesenkt, die von Diesel um 14,04 Cent pro Liter, die von Erdgas um 6,16 Cent pro Kilogramm und bei Flüssiggas um 12,66 Cent pro Liter. Laut Bundesfinanzministerium ist die Senkung so hoch, wie es nach Europarecht erlaubt ist. Zusätzlich fällt außerdem die Mehrwertsteuer weg.

Insgesamt liege die Entlastung bei 35,2 Cent pro Liter Benzin und bei 16,7 Cent pro Liter Diesel, sagte Jürgen Ziegner, Geschäftsführer des Zentralverbands des Tankstellengewerbes (ZTG) dem SWR.

Müssen Tankstellen den Tankrabatt umsetzen?

Nein, müssen sie nicht, sagt Max Dehling aus der SWR-Wirtschaftsredaktion. Wegen des Preiskampfes werden es aber vermutlich die meisten tun. Vor allem bei kleineren Tankstellen könnte zunächst nichts von dem Rabatt zu spüren sein. Mit viel günstigeren Preisen würden sie Verlust machen. Tatsächlich gab es zum Start des Tankrabatts tiefere Preise an Zapfsäulen. Schon ein Tag später stiegen die Preise am Donnerstagvormittag laut ADAC allerdings wieder. Nach 1,859 Euro am Mittwoch seien für einen Liter E10 im Schnitt 1,896 Euro verzeichnet worden; der Diesel sei von 1,918 auf 1,951 Euro je Liter gestiegen. Im Schnitt ist der Preis aber weiterhin geringer als im Mai. Den genauen Preisverlauf gibt's im Tank-Monitor.

Wurde Tanken billiger?

Ja, aber ... Der Tankrabatt scheint seit der Steuersenkung zum 1. Juni noch nicht voll durchzuschlagen, dennoch sind die Preise für Benzin und Diesel in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz zur Einführung gesunken. Derzeit kann man allerdings einen Trend erkennen: Es geht seit Einführung des Tankrabatts kontinuierlich bergauf. In den Karten von SWR Aktuell könnt ihr die Entwicklung nachschauen.

Kartellrecht könnte angepasst werden

Viele fordern, dass sich das Bundeskartellamt einschaltet. Das gehe aber nicht so einfach, hat Präsident Andreas Mundt der Rheinischen Post gesagt. Sein Amt könne nicht einfach Preise vorschreiben.

Was das Bundeskartellamt darf und nicht darf, könnte sich aber bald ändern: Sowohl Wirtschaftsminister Robert Habeck als auch Finanzminister Christian Lindner haben sich für eine Verschärfung des Kartellrechts ausgesprochen: „Wir machen ein Kartellrecht mit Klauen und Zähnen“, kündigte Habeck gegenüber dem Deutschlandfunk an. Sein Ziel: Um stärker gegen große Ölkonzerne vorgehen zu können, solle das Bundeskartellamt diese bisher fehlenden Eingriffsmöglichkeiten bekommen.

Lindner unterstützt diesen Vorschlag. Außerdem solle das Kartellamt laut ihm prüfen, wie sich die Preise für Diesel, Benzin und Co. genau zusammensetzen. Eine „Übergewinnsteuer“ komme für ihn aber nicht infrage. Er sagte dazu:

Wenn man da jetzt noch differenziert, mit einer Art ‚Übergewinnsteuer‘ für Branchen, die nicht so beliebt sind bei uns, dann öffnet das der Willkür Tür und Tor.

Übergewinnsteuer als Lösung für Verbraucher?

Über die Übergewinnsteuer wie in Großbritannien oder Italien wird aktuell diskutiert. Damit müssten die Mineralölkonzerne mehr von ihren Gewinnen abgeben. Aus der SPD und bei den Grünen hörte man da schon Zuspruch, die FDP ist aber dagegen, erklärt SWR-Wirtschaftsredakteur Max Dehling.

Ricarda Lang, die Bundes-Chefin der Grünen ist für die Einführung einer solchen Steuer, wie sie uns im Interview erklärt hat.

Es ist natürlich nicht, dass es unmittelbar an die Bürger zurückgezahlt wird, sondern erstmal ist es eine staatliche Steuer. Und natürlich ist klar, dass wir auch in Zukunft noch Entlastungen brauchen werden, weil wir sehen, dass die Preise noch weiter steigen und dafür schaffen wir mit der Übergewinnsteuer eine Finanzierungsgrundlage, auch in Zukunft Entlastungsmaßnahmen zu erwägen.

Logo SWR3 (Foto: SWR, SWR)

Nachrichten Übergewinnsteuer: Gespräch mit Ricarda Lang von den Grünen

Dauer

So sind die Reaktionen zum Start des Tankrabatts

Laut Einschätzung des ADAC sei das Niveau der Preise für die Verbraucher grundsätzlich zu hoch. Kartellamtspräsident Mundt schlägt in eine ähnliche Kerbe: Er bekräftigte am Donnerstag, das Kartellamt beobachte die Lage „weiter sehr genau“. Preise festlegen kann die Behörde allerdings nicht, sondern nur Sanktionen für missbräuchliches Verhalten absprechen.

Auch die Kunden an den Tankstellen beobachten den Verlauf des Tankrabatts. Bei diesem User war der Tankrabatt wohl noch nicht spürbar:

Dank #Tankrabatt durfte ich für 8 Cent mehr pro Liter als vor drei Wochen tanken. Cool, bitte mehr davon!

Hier wird befürchtet, dass die Preise durch den Wettbewerb der Tankstellen nicht deutlich sinken werden:

@BMWK Wird ungefähr so viel bringen, wie bei der Verteilung der Bundesligarechte. Zig Anbieter und der Verbraucher zahlt mehr als zuvor. #Tankrabatt

Hoffentlich wird dieser User nicht enttäuscht...

Wann ist endlich Feierabend? Ich will den #Tankrabatt mit eigenen Augen sehen! 🤪 Danke Staat!

Und hier findet man den Tankrabatt an einer anderen Stelle sinnvoller...

Wann #Tankrabatt für Kneipen, Herr Lindner?

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