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Jessica Schnellbach
Jessica Schnellbach (Foto: SWR3)

Familien flüchten aus der Ukraine und suchen bei uns Zuflucht. Zu ihnen gehören auch Haustiere, die oft in Flüchtlingsunterkünften nicht erlaubt sind. So kannst du helfen.

  1. Bin ich bereit für ein Tier aus der Ukraine?
  2. Was sollte ich beachten?
  3. Wo kann ich meine Hilfe für Tiere aus der Ukraine anbieten?
  4. Kann ich einen Hund oder eine Katze direkt aus der Ukraine retten?
  5. Wie kann ich darüber hinaus helfen?
Tierrettung Ukraine (Foto: IMAGO, ZUMA Wire)
Eine Frau mit ihrem Hund in einer Flüchtlingsunterkunft in Lviv (Lemberg). ZUMA Wire

Du willst ein Tier aus der Ukraine retten? Stelle dir vorher folgende Fragen:

  • Habe ich die nötige Erfahrung, mich um das Tier zu kümmern? Die Tiere können traumatisiert sein und sensibel auf ihre neue Umgebung reagieren. Wenn du noch nie ein Haustier hattest oder kein Grundwissen hast, solltest du lieber kein Tier bei dir aufnehmen.
  • Habe ich genug Platz für das Tier und dessen Familie?
  • Habe ich ausreichend Zeit? Neben der Versorgung des Tiers fallen auch Tierarztbesuche und Gespräche mit dem Veterinäramt an. Das ist selten an einem Nachmittag erledigt.
  • Kann ich für mögliche Kosten aufkommen? Viele Tierärzte bieten kostenlos erste Check-ups für Tiere aus der Ukraine an, jedoch nicht alle. Außerdem können weitere, wiederkehrende Kosten auf dich zukommen.

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Sprich mit dem Veterinäramt in deiner Nähe

Wenn du die Fragen mit ja beantworten kannst, solltest du im zweiten Schritt das Veterinäramt in deinem Kreis oder deiner Kommune kontaktieren. Besonders in Bezug auf die Quarantäne der Tiere unterscheiden sich die Regeln der einzelnen Veterinärämter. Hierbei geht es allerdings nicht um eine Corona-Quarantäne, sondern um eine, die die Verbreitung von Tollwut unterbinden soll.

Die übliche Vorgehensweise ist die Anordnung einer klinischen Untersuchung. Dort wird, wenn nötig, die Tollwut-Impfung nachgeholt und das Tier mit einem Mikrochip gekennzeichnet. So ist das Tier beim Deutschen Tierschutzbund registriert.

Tollwut-Ausbruch in Deutschland durch Tiere aus der Ukraine?

Tollwut ist eine Virusinfektion des Zentralnervensystems, die sich besonders über Bisse und durch Kontakt mit infiziertem Speichel bei offenen Wunden oder den Schleimhäuten überträgt. Seit 2008 gilt Deutschland als tollwutfrei. Die Ukraine jedoch gilt als ein nicht gelistetes Drittland. Deshalb mussten Heimtierhalter bisher verschiedene Anforderungen wie einen Tollwut-Impfnachweis mit dem passenden Nachweis der Tollwut-Antikörper vorbringen, um ihre Tiere mit nach Deutschland zu bringen. Aufgrund der aktuellen Lage wurden vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft vorübergehend erleichtere Bedingungen geschaffen. Das Friedrich-Loeffler-Institut schätzt die Situation folgendermaßen ein:

Die Fuchstollwut ist in der Ukraine noch endemisch, und die Krankheit trat in den vergangenen Jahren auch bei ungeimpften Hunden und Katzen immer noch auf. Dennoch beträgt nach Berechnungen des Nationalen und WHO/OIE-Referenzlabors für Tollwut am Friedrich-Loeffler-Institut die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein ungeimpfter Hund oder eine ungeimpfte Katze zum Zeitpunkt des Grenzübertrittes in der Inkubationsphase befindet,  etwa 1:300.000. Bei geimpften Hunden und Katzen ist die potentielle Gefahr des Ausbruchs der Tollwut noch geringer. Allerdings sollte bei einem entsprechenden Vorbericht und bei einer unklaren Symptomatik unbedingt immer auch an die Tollwut gedacht werden.

Damit jedoch kein unnötiges Risiko eingegangen wird, ist die Rücksprache mit dem Veterinäramt umso wichtiger. Die entscheiden dann, ob eine Quarantäne oder eine Hausquarantäne für das Tier aus der Ukraine notwendig ist. Das Veterinäramt Karlsruhe ordnet eine „Heimquarantäne für Hunde, Katzen oder Frettchen von mindestens 30 Tagen an, wenn die Tiere nachweislich gegen Tollwut geimpft sind. Bei unbekanntem bzw. unklarem Tollwutschutz beläuft sich die Heimquarantäne auf einen Mindestzeitraum von drei Monaten.“

Tierrettung Ukraine (Foto: IMAGO, NurPhoto)
Mit Kindern und Katze ist diese Frau aus der Ukraine nach Polen geflüchtet. NurPhoto

Wo kann ich eine Unterkunft und meine Hilfe für Tiere und Menschen aus der Ukraine anbieten?

Viele Veterinärämter stehen in Kontakt mit den Tierheimen oder Tierschutzorganisationen. Einen passenden Kontakt kannst du gleich abfragen, wenn du dich über die Quarantäneregeln für das Tier informierst. Zusätzlich gibt es im Netz mittlerweile verschiedene Plattformen, auf denen du eine Unterkunft für Mensch und Tier anbieten kannst. Hier eine Auswahl:

Tierrettung Ukraine (Foto: IMAGO, Ukrinform)
Eine Katze, die in Kiew durch das kriegsbeschädigte Wohngebiet im Bezirk Sviatoshynskyi geht. Ukrinform

Kann ich ein Tier direkt aus der Ukraine retten?

Unzählige Tiere wurden von ihren Besitzern in der Ukraine zurückgelassen. Viele Tierschutzvereine, freiwillige Helfer und Organisationen retten die Tiere aus den Kriegsgebieten und bringen sie über die Grenze nach Polen oder Rumänien. So auch der Deutsche Tierschutzbund. Dort werden die Hunde und Katzen medizinisch versorgt. Wer einem dieser Tiere ein neues Zuhause schenken möchte sollte abwarten, bis die Tiere nach ihrer Quarantäne in Deutschland ankommen. Dann haben sie alle notwendigen Papiere, Impfungen und sind gechipt.

Tierrettung Ukraine (Foto: IMAGO, ZUMA Wire)
Ein aus der Ukraine geflüchteter Mann mit seinem Hund in Przemyśl, Polen. ZUMA Wire

Wie kann ich Tieren aus der Ukraine noch helfen?

Im Moment würden besonders finanzielle Spenden benötigt, sagt der Deutsche Tierschutzbund. Viele Organisationen an den Grenzen zur Ukraine sind mit genügend Futter für die Tiere ausgestattet. Eine Geldspende kann gezielter für Dinge eingesetzt werden, die in den jeweiligen Auffangstationen gebraucht werden. Das können Medikamente oder auch Transportkörbe sein. Falls du dich mit einer Sachspende beteiligen möchtest, frage vorher beim Tierheim oder der Tierschutzorganisation nach, was genau benötigt wird.   

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