Stand:

Die Werbeschlacht der Kfz-Versicherungen kommt jedes Jahr wieder. Doch was sollte alles in der Versicherung drin sein, wo kann ich sparen und wie finde ich die richtige Versicherung?

Der erste Schritt für den erfolgreichen Wechsel ist der Blick auf die Kündigungsfrist. Früher waren fast alle Kfz-Versicherungen nur zum Jahresende mit einer Frist von vier Wochen kündbar, also bis zum 30. November. Mittlerweile werden bei Neukunden immer häufiger Versicherungen mit einem Jahr Gültigkeit abgeschlossen. Wer sein Auto also im Juni versichert hat, kann auch erst zum Juni nächsten Jahres kündigen. Damit wollen die Versicherungen die Kündigungswellen zum Ende des Jahres abschwächen. 

Der Vergleich zum Kündigungstermin lohnt sich: fast immer werden die Versicherungen etwas teurer, was wir meist durch den Bonus für ein weiteres Jahr Schadensfreiheit nicht so direkt spüren. Die Preisunterschiede bei Kfz-Versicherungen können bis zu 20% ausmachen!

Achtung bei Vergleichsportalen!

Versicherungen gibt es viele, zum Glück helfen da einfache Vergleichsportale im Internet weiter. Aber Vorsicht: viele gehören Versicherungsunternehmen. Andere Portale kassieren Provisionen pro Abschluss, daher besteht immer der Verdacht, dass sie Angebote mit besonders lukrativen Provisionen bevorzugen. Außerdem decken die Vergleichswebseiten bei weitem nicht alle Anbieter ab, sondern listen oft nur die Versicherungen auf, mit denen Verträge bestehen.

Es lohnt sich also, Versicherungen über mehrere Portale zu vergleichen. Es gibt aber auch unabhängige Portale. Die könnt ihr unter anderem daran erkennen, dass ihr dort nicht direkt Verträge abschließen könnt.

Was sollte abgedeckt sein?

  • Da der Unfallverursacher für alles haftet, sollte die Deckungssumme der Haftpflicht wenigstens 100 Millionen Euro betragen.
  • Für Verletzte sollte die Versicherung zusätzlich noch mindestens Kosten bis 12 Millionen Euro übernehmen.
  • Ganz wichtig ist auch, dass grobe Fahrlässigkeit mitversichert ist. Dass bedeutet z.B., dass die Versicherung auch zahlt, wenn ihr einen Unfall verursacht, weil ihr über eine rote Ampel gefahren seid. Ohne diese Klausel kann die Versicherungssumme massiv gekürzt oder komplett gestrichen werden.
  • Wichtig ist auch die Abdeckung von Tierschäden; es sollte in den Versicherung nicht zwischen Haarwild und Haustier unterschieden werden, sonst zahlt die Versicherung nicht bei einem Unfall mit einem Hund.
  • Marderschäden sind zwar meist mit abgedeckt, aber oft nicht die Folgeschäden. Wenn der Marder einen Schlauch kaputt beißt und deshalb dann der Motor kaputt geht, würde die Versicherung nur den direkten Schaden, also den Schlauch, nicht aber den kaputten Motor bezahlen. Die Folgeschäden sollten bis 3000 Euro abgedeckt sein.

Eine weitere Regelung, die Betroffene oft aus der Fassung bringt, ist der Abzug für Ersatzteile. Weil der reparierte Wagen mit den neuen Ersatzteilen angeblich mehr wert ist als vorher, werden die Ersatzteile nur abzüglich der Wertsteigerung bezahlt.

Manche Versicherungen bieten viel höhere Boni für Schadenfreiheit an, als sie beim Wechsel dann der anderen Versicherung mitteilen. Lasst euch von eurer Versicherung für den Vergleich immer schriftlich mitteilen welche Schadenfreiheitsklasse bei einem Wechsel mitgeteilt wird.

Umgekehrt solltet ihr bei der potenziellen neuen Versicherung anfragen, wie weit ihr im Schadensfall zurückgestuft werdet, da unterscheiden sich die Versicherungen gewaltig und dann kann die günstige neue Versicherung schon nach einem kleinen Unfall schnell wesentlich teurer werden.

Wo kann ich sparen?

Ob Voll- oder Teilkasko sinnvoll ist, muss jeder selbst entscheiden. Bei Neuwagen macht Vollkasko auf jeden Fall Sinn, bei älteren Fahrzeugen vor allem dann, wenn die finanziellen Mittel bei einem Totalschaden nicht für ein neues Auto reichen.

Eine gute Möglichkeit die Prämienkosten zu senken ist der Werkstattbindung, also dass der Wagen nur in von der Versicherung angegeben Werkstätten repariert werden darf.

Weitere Faktoren für die Höhe der Prämie sind die Regionalklasse, die nach den Unfallzahlen aus einem bestimmten Bezirk ermittelt wird, das Automodell, das Alter und der Beruf des Fahrers, die Anzahl der Kilometer, die im Jahr zurückgelegt werden und ob es sich um einen Garagenwagen handelt.

Richtig wechseln

Wenn ihr eine Versicherung findet, die alles Wichtige abdeckt und günstiger als eure jetzige ist, solltet ihr wechseln. Am besten kündigt ihr per Einschreiben mit Rückschein und lasst euch die Kündigung schriftlich bestätigen. Allerdings sollte vorher schon die neue Versicherung abgeschlossen werden. Kündigt ihr erst und der Vertrag kommt doch nicht zustande, seid ihr unversichert.