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Das Nadelöhr auf der A8 zwischen Pforzheim-Nord und Pforzheim-Süd sorgt regelmäßig für lange Staus. Nun sind die Bauarbeiten zum Ausbau des fünf Kilometer langen Stücks gestartet, die fünf Jahre dauern. Aber wird es jetzt erst mal noch schlimmer?

Die gute Nachricht vorweg: Auch wenn die Bauarbeiten auf der A8 jetzt beginnen, wird sich für die Autofahrer auf dem Teilstück „Enztalquerung“ wohl nicht so viel ändern. Es bleibt alles erst mal gleich gut oder gleich schlecht – je nach Betrachtungsweise. Doch der Reihe nach.

Durch die fünf Kilometer lange Strecke zwischen Pforzheim-Nord und Pforzheim-Süd quälen sich täglich 80.000 Fahrzeuge. Bisher ist dieser Abschnitt vierspurig und wird jetzt auf sechs Spuren verbreitert. Der Zeitplan dafür: fünf Jahre.

Die Baustelle auf der A8 bei Pforzheim wird eingerichtet

Am Montag sind zunächst Schilder umgebaut worden. Eine Woche später wird die Baustelle eingerichtet. Das heißt neue Fahrbahnmarkierungen, neue Schilder und die Spuren auftrennen. Während dieser Zeit ist in beiden Fahrtrichtungen nachts jeweils nur eine Spur befahrbar, tagsüber ist die Strecke zweispurig.

Zunächst soll nach Auskunft der Autobahn GmbH Südwest die Fahrbahn Richtung Karlsruhe provisorisch verbreitert werden. Über sie wird in der ersten Bauphase der gesamte Verkehr laufen, während gegenüber die neue Autobahn mit drei Spuren und Standstreifen entsteht. Danach folgt die Gegenfahrbahn.

Für die Autofahrer auf der A8 ändert sich erst mal gar nicht so viel

Beim Blick des SWR3-Verkehrszentrums auf die aktuelle Staukarte sieht am Montag rund um die Enztalquerung eigentlich alles so aus wie immer. Ein paar Kilometer stockender Verkehr, nichts Besonderes also.

Auch beim ADAC geht man davon aus, dass der Beginn der Bauarbeiten nicht viel verändert: An der Stelle gibt es bisher zwei Fahrstreifen in jede Richtung, erklärt ADAC-Tourismusberater Jürgen Herbrich. Die Anzahl der Fahrtstreifen wird aber nicht reduziert, sondern die Fahrbahnen nur nochmals verengt. Das führt nicht zwingend zu mehr Staus. Ein Reißverschlussverfahren bei Fahrstreifenreduzierung wäre da schon problematischer, heißt es aus der ADAC-Pressestelle in München.

ADAC-Experte: Unfälle im Baustellenbereich unbedingt vermeiden

Herbrich sieht allerdings eine Gefahr: nämlich Unfälle. Denn wenn es kracht, staut es sich gleich richtig auf den verengten Fahrbahnen, erklärt der ADAC-Experte. Außerdem ist es für Rettungskräfte dann noch schwieriger, vorzurücken. Deswegen empfiehlt er dringend, dass sich die Autofahrer an Abstände und Geschwindigkeitsbegrenzungen halten sollen. Eventuell bietet sich auch versetztes Fahren an, sagt er. Außerdem sollte man seine Fahrzeugbreite kennen und einschätzen können – die Außenspiegel inklusive.

Gibt es irgendwelche Umleitungen?

Laut der SWR3-Verkehrsredaktion ist es nicht so leicht, das Autobahn-Nadelöhr zu umfahren. Es gibt die B10 und die B464. Beide Straßen führen aber schon recht weiträumig um die Autobahn. Die B464 ist außerdem eine recht kleine Bundesstraße (daran zu erkennen, dass sie dreistellig ist) und die B10 auch immer recht voll, sagt Alexa Sinz vom ADAC-Regionalclub Nordbaden. Sie empfiehlt deshalb, genau aufs Navi zu schauen, ob sich der Umweg wirklich lohnt. In vielen Fällen wird das nicht der Fall sein, denkt sie.

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