Einmal zu Fuß über die Alpen von Deutschland über Österreich bis nach Italien. Das geht am einfachsten über den Europäischen Fernwanderweg E5. Da der Jakobsweg immer voller wird, ist der E5 eine schöne Alternative. Unsere Kollegin Eva Laun aus der Wirtschaftsredaktion ist ihn gewandert.

Eigentlich führt der Weg sogar von der französischen Atlantikküste bis an die italienische Adria. Doch der Teilabschnitt über die Alpen ist der beliebteste. Kurz hinter Oberstdorf geht der Spaß los. Statt flacher Asphaltstraße schlängelt sich der Wanderweg steil den Berg hinauf. Erstes Ziel: die Kemptener Hütte auf 1.800 Metern Höhe.

Fotos von der Strecke

Europäischer Fernwanderweg E5; Foto: SWR3.de
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Neun Tage Wandern liegen vor uns. Wir wollen bis nach Bozen laufen. Etwas kürzer ist es nach Meran, dann braucht man nur sechs Tage. Und damit sind wir nicht alleine. Der E5 ist ein beliebter Weg, weil er gut erschlossen und beschildert ist. Von Familien mit größeren Kindern bis hin zu älteren Semestern trifft man alles. Etwas Bergerfahrung und einen anständige Kondition sollte man aber schon mitbringen. Sonst bringen einen die bis zu 1.400 Höhenmeter Aufstieg und bis zu 2.000 Höhenmeter Abstieg pro Tagesetappe an die Grenze.

Günstig über die Runden kommen

Die Übernachtungen in den Hütten sind günstig. Zwischen 14 und 35 Euro kostet ein Bett – je nachdem ob man im Massenlager oder im kleineren Zimmer schläft. Hinzu kommen An- und Abreise und ggf. die eine oder andere Busfahrt unterwegs. Wer sparsam unterwegs ist, deckt sich im Tal im Supermarkt mit Lebensmitteln ein. Komfortabler ist es natürlich, sich durch die Speisekarte der Hüttenwirte zu futtern. Nach bis zu acht Stunden Gehzeit pro Tag braucht der Körper ausreichend Nachschub.

Europäischer Fernwanderweg E5

OpenStreetMap

Das richtige Gepäck einstecken!

Linktipps

Auf dem E5 über die Alpen: Oberstdorf – Meran: Wandern in Europa

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Großen Wert sollte man im Vorfeld auf die richtige Ausrüstung legen. Mit guten, stabilen Bergschuhen steht und fällt der Spaß bei so einer mehrtätigen Tour. Hinzu kommt ein geeigneter Rucksack. Denn: Man trägt sein ganzes Hab und Gut die komplette Zeit spazieren. Mehr als zehn Kilogramm Gepäck werden den meisten Wanderern Probleme machen. Deshalb sollte man sich im Vorfeld eine Packliste suchen – findet man zum Beispiel im Wanderführer oder im Internet. Die hilft dabei, nicht zu viel mit zu schleppen, aber auch nicht zu wenig. Denn es geht durch hochalpines Gelände. Ein paar Schneeflocken sind dort auch im Sommer keine Seltenheit. Geeignete Kleidung ist also lebenswichtig!

Die richtige Startzeit auswählen

Im Hochsommer ist Hauptsaison auf dem E5. Gerade dann ist sinnvoll, die Hütten im Vorfeld zu buchen. So kann man sicher sein, dass man wirklich unterkommt, oder man kann direkt eine andere Route einplanen. Wichtig ist auch der richtige Starttag – wir sind Donnerstag los. Denn die Alpenüberquerung auf dem E5 bieten auch viele Bergschulen und Reiseveranstalter an. Typischerweise starten die Gruppen am Samstag oder Sonntag in Oberstdorf.

Geschafft!

Nach traumhaften Tagen im Gebirge, auf Gipfeln, steinigen Pfaden und mit bestechenden Panorama-Aussichten, sind wir erfolgreich nach neun Tagen in Bozen angekommen. Die letzten 1.000 Höhenmeter sind wir mit der Seilbahn ins Tag geschwebt. Anschließend gab es echte italienische Pizza zur Belohnung. Am nächsten Morgen sind wir mit dem Fernbus über München zurück nach Hause. Es war gut, mit dem Zug nach Oberstdorf zu reisen. Denn so mussten wir nicht dorthin zurück, um das Auto zu holen. Geblieben sind ein paar hundert Fotos und traumhafte Erinnerungen.