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Es klingt erst einmal unglaublich, aber tatsächlich hat es bei Segler Arne Murke geklappt: Er hat sich in Seenot aus einer Jeans eine Rettungsweste gebastelt. Wie es dazu kam und woher er überhaupt diese Idee hatte, hat er Sabrina Kemmer in SWR3 weltweit erzählt.

Seine Rettung schien aussichtslos

Er war mit seinem Bruder auf einem Segelschiff unterwegs, sie wollten von Neuseeland nach Brasilien segeln. Plötzlicher Sturm auf hoher See, vor der neuseeländischen Küste im Pazifik. Der Motor fiel aus. Ein Segel löste sich, Arne wurde vom Schiff ins Meer geschleudert. Sein Bruder warf ihm sofort den Rettungsring zu, aber keine Chance: Die Wellen waren zu stark, der Rettungsring erreichte Arne Murke nicht. Der erste Schock, dann realisierte er, dass die Wellen das Segelschiff immer weiter von ihm wegtrieben.

Ich habe viel an meine Tochter, meine Familie und Freunde gedacht und wusste, ich will sie wiedersehen.

Arne Murke

Die Sehnsucht nach seiner Familie hat ihm die Power gegeben, nicht aufzugeben. In dieser aussichtlosen Situation erinnerte er sich an ein Video von US-Elitesoldaten der Navy Seals.

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Die Hose als Schwimmweste – so geht das!

Ich habe die beiden Hosen-Enden – also da, wo die Füße rausschauen – zusammengeknotet und über meinen Kopf gehalten, um die Hose dann mit Schwung unter Wasser zu drücken und die Luft darin einzuschließen. Und dann habe ich mir den Hosenbund zwischen die Oberschenkel geklemmt. Wenn die Hose ganz nass ist, funktioniert das wirklich gut.

Arne Murke

Arne Murke aus Norddeutschland mit Jeans als Rettungsweste; Foto: Privatfoto: Arne Murke
Privatfoto: Arne Murke

Die Oberflächenspannung des Wassers sorgt dafür, dass die Hose ganz dicht wird. So verwandelte sich die Jeans zu einer Rettungsweste, mit der sich Arne Murke über Wasser halten konnte. Nach über drei Stunden entdeckte ihn ein Rettungsdienst per Hubschrauber und zog ihn völlig unterkühlt aus dem Wasser.

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Überlebenswichtig: eine Hose ohne Löcher

Einige Tage nach dem Unglück kann der 30-Jährige aus Oldenburg wieder schmunzeln. Erleichterung pur. Er weiß, dass er verdammt viel Glück gehabt hat.

Zum Glück trage ich keine Hose mit Löchern, sonst hätte der Trick mit der Jeans nicht funktioniert.

Arne Murke, Segler

Den erfahrenen Segler zieht es wieder an Bord. Der Unfall werde ihn nicht davon abhalten, wieder aufs Boot zu gehen. „Jeder Segler weiß, dass so ein Unfall mal passieren kann. Wie ein verunglückter leidenschaftlicher Motorradfahrer wieder aufs Motorrad steigt, so werde ich auch wieder segeln.“ Wann er aber einen zweiten Versuch von Neuseeland nach Brasilien startet, wie es eigentlich der Plan war, ist ungewiss.

Seenotrettung per Jeans - Arne Murke im Interview; Foto: Privat/Arne Murke

SWR3 weltweit Sabrina Kemmer im Gespräch mit Arne Murke

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