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Kai Karsten
SWR1 Moderator Kai Karsten (Foto: SWR, SWR1)
SWR3

Der meistgenutzte Messenger in Deutschland soll bald nicht mehr so aussehen, wie wir es gewohnt sind. Jahrelang wird es schon angekündigt und wenn Mark Zuckerberg seine Strategie nicht noch ändert, sehen die Nutzer von WhatsApp bald neben ihren Nachrichten Werbung. Die gute Nachricht: Durch die Werbung soll die App auch weiterhin kostenlos bleiben.

Facebook hat die Pläne noch nicht offiziell bestätigt

Eigentlich läuft alles, wie geplant. Die WhatsApp-Gründer Brian Acton und Jan Koum hatten 2014 WhatsApp für 19 Milliarden an Facebook verkauft, mit der Auflage bis Anfang 2019 darf es keine Werbung in WhatsApp geben. Zunächst war Jan Koum auch weiter bei WhatsApp und Facebook tätig, doch es soll Streit mit Mark Zuckerberg gegeben haben, wie sich der Messenger in Zukunft weiterentwickeln soll.

Jan Koum (Foto: dpa/picture-alliance)
Jan Koum dpa/picture-alliance

WhatsApp kann es nicht allen recht machen

Koum hat dann Anfang des Jahres seinen sofortigen Ausstieg erklärt, was als weiteres Signal für eine Kommerzialisierung von WhatsApp gesehen wird. Hauptproblem ist, wie so oft beim Facebook-Konzern, dass es einfach nicht möglich ist eine weltweit einheitliche Lösung zu finden. In Europa und Deutschland wäre es durchaus denkbar, dass Nutzer monatlich Geld für eine werbefreie Messenger-App bezahlen. Gleichzeitig ist WhatsApp im asiatischen Raum sehr beliebt und da können sich viele Nutzer einen kostenpflichtigen Messenger schlichtweg nicht leisten.

Ohne Facebook hätte es WhatsApp leichter

Online-Experten oder auch Politiker sind sich einig: entscheidend für die Nutzer in Deutschland ist auch weniger ob Werbung in der App angezeigt wird, sondern was es für Werbung sein wird. Zufällige nicht auf den Nutzer abgestimmte Werbung wird vor allem von Android-Nutzern in Apps schon immer toleriert. Schwieriger wird es, wenn WhatsApp die Chats maschinell mitlesen sollte und so beispielsweise bei einem Chat über einen gemeinsamen Ausflug zum Pilze-Suchen, automatisch Werbung für Pilzmesser oder Wanderstiefel anzeigt.

fbwillwerbunginwa (Foto: dpa/picture-alliance)
Facebook möchte endlich Geld mit WhatsApp machen dpa/picture-alliance

Werbung so nervig wie beim Googeln

Verantwortlich für die Diskussionen im Moment ist keine offizielle Mitteilung, sondern eine Facebook-Mitarbeiterin, die erneut erklärte, dass WhatsApp auch mal Geld für den Facebook-Konzern bringen muss. In einem Interview hat die Vizepräsidentin für Globale Marketingstrategien bei WhatsApp, Carolyn Everson, darauf hingewiesen, dass WhatsApp vor allem in den Schwellenländern genutzt wird und dort die kleineren Unternehmen per WhatsApp eine günstige Möglichkeit hätten, um auf ihre Produkte aufmerksam zu machen.

Alles nur noch eine Frage der Zeit

Ähnlich wie beim Start von WhatsApp-Business, gibt es seit Anfang des Jahres immer wieder Diskussionen und Gerüchte – allerdings wenig konkrete Veränderungen in der App.
Möglich wäre, dass WhatsApp User die Statuszeile für Werbung nutzen könnten. Je nach erreichten Kunden, könnte die Einblendung der Werbebotschaft zwischen ein und
zehn Cent kosten. Da es technisch möglich ist die Einblendungen unterschiedlich zu gestalten, kämen so sehr schnell Millioneneinnahmen für Facebook zustande.

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