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Jessica Brandt
Jessica Brandt (Foto: SWR3)
Cornelia Stenull
Cornelia Stenull (Foto: SWR3)
Gabor Paal
Kira Urschinger

Für Zecken sind das goldene Zeiten: Der Klimawandel gibt ihnen mehr Zeit, um nach Wirten zu suchen und die Risikogebiete weiten sich dadurch aus.

Zwischen April und November ist die Übertragung der FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) am höchsten, da die Temperaturen mild sind und die krankheitsübertragenden Zecken sich bei diesen Temperaturen sehr wohl fühlen. Aufgrund der klimatischen Veränderungen zeigt die im Frühjahr veröffentlichte Karte des Robert-Koch-Instituts mehr Risikogebiete an als im Vorjahr. So zählen mittlerweile nicht mehr nur Baden-Württemberg und Bayern, sondern auch Südhessen, das östliche Thüringen sowie Sachsen zu den Risikogebieten.

FSME-Fälle in Deutschland in den letzten Jahren

Insbesondere 2020 wurden dem Robert-Koch-Institut eine große Anzahl an FSME-Fällen gemeldet. Im vergangenen Jahr ist die Zahl von 712 gemeldeten Fällen (2020) auf 417 Fälle (2021) gesunken.

Warum breitet sich FSME so stark aus?

Das ist noch nicht genau geklärt. Vielleicht liegt es am Klimawandel – der sorgt gar nicht mal unbedingt für mehr Zecken. Aber durch mildere Winter sind Zecken eine längere Zeit im Jahr unterwegs.

Von milden Wintern profitieren auch besondere Zeckenarten, zum Beispiel die sogenannte Auwaldzecke oder Winterzecke. Die Auwaldzecke sucht schon bei Temperaturen um die vier Grad aktiv nach Wirten, die sie beißen könnte. Wie sehr die Auwaldzecke hier inzwischen heimisch geworden ist, haben Untersuchungen der Uni Hohenheim gezeigt.

Wie kann man sich vor FSME schützen?

Die Ständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts empfiehlt FSME-Impfungen allen Personen, die sich in diesen Risikogebieten aufhalten und in der Natur bewegen, wo auch Zecken sind. Die Impfung sollte nach den Empfehlungen alle 3-5 Jahre aufgefrischt werden.

Die erste Impfung sollte frühzeitig vor dem Sommer sein, weil zwischen den insgesamt drei Impfterminen genügend Zeit verstreichen muss. Vor allem mit Blick auf eine mögliche Impfung gegen das Coronavirus sollte man hier unbedingt seinen Kalender zur Hand nehmen.

Das muss man gut planen, denn laut Empfehlung der Ständigen Impfkommission, soll man bei der Coronaimpfung, zu anderen – planbaren – Impfungen, wie der FSME-Impfung, mindestens 14 Tage Zeitabstand vor und nach jeder Covid-Dosis geben. Es wäre nicht gut, wenn dann die zweite Covid-Impfung ansteht, zeitgleich mit der zweiten FSME-Dosis.

In Risikogebieten wie Baden-Württemberg und Bayern werden die Kosten für die FSME-Impfung übrigens von den Krankenkassen übernommen.

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Wie ist der Krankheitsverlauf bei FSME?

In der Regel sind vor allem Erwachsene mit schwereren Verläufen als Kinder und Jugendliche konfrontiert. Zunächst können ein bis zwei Wochen nach dem Zeckenbiss grippeähnliche Symptome auftauchen. Diese halten in vielen Fällen wenige Tage an. Allerdings kann es auch zu einem Fortschritt der Krankheit kommen, bei dem Gehirnhautentzündungen auftreten. Daher ist es ratsam, nach einem Zeckenbiss die Wunde zu beobachten und einen Arzt aufzusuchen.

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