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Nach der ersten Sondierung am Donnerstag wollen SPD, Grüne und FDP in der kommenden Woche weiter verhandeln. Am Montag ist der erste von drei Terminen.

In vertieften Gesprächen soll am Montagmorgen weiter verhandelt werden, kündigten die Generalsekretäre der drei Parteien an. Danach sollen Termine am Dienstag und Freitag folgen.

Wir haben gespürt, dass wir was Gemeinsames schaffen können“, sagte SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil direkt nach der ersten Sondierung am Donnerstagabend. Auch später in den ARD-Tagesthemen äußerte er sich optimistisch. Man sei ein gutes Stück vorangekommen. Klingbeil gab zu, dass der Weg zu einer Ampel-Koalition für die FDP am weitesten sei. Die Gespräche hätten aber gezeigt, dass man „etwas Gemeinsames hinbekommen“ wolle.

Wissing zu Sondierungen: Am Montag geht es um konkrete Themen

Von Grünen und FDP kamen ebenfalls positive Signale. Grünen-Bundesgeschäftsführer Michael Kellner sprach bei der Pressekonferenz im Anschluss an die Sondierungen von einer „Vertrauensbasis“.

Sein FDP-Kollege Volker Wissing berichtete, das FDP-Präsidium habe einstimmig vorgeschlagen, „jetzt in eine förmliche vertiefte Sondierungsphase einzutreten“. Dabei werde es auch bereits um konkrete Themen gehen. Man treffe sich am Montag nicht, um erstmal locker zu plaudern, betonte Wissing.

Nach erster Ampel-Sondierung: Viel Lächeln und großes Schweigen

Was am Donnerstag besprochen wurde, das behielten alle Beteiligten für sich. SPD-Chefin Saskia Esken sagte nur, dass das Gespräch am Donnerstag „sehr sehr schön“ war. Grünen-Chef Robert Habeck meinte, er sei „kaputt“ nach dem Tag. Grünen-Urgestein Claudia Roth dagegen verließ den Verhandlungsort mit einem Lächeln auf den Lippen und dem Fazit „sehr angenehm“.

Ganz so fröhlich zeigten sich die Verhandler der FDP nicht. Das könnte an den Nachrichten aus der CDU liegen. Unionskanzlerkandidat Armin Laschet kündigte am Abend einen personellen Neuanfang in seiner Partei an. Was das für mögliche Verhandlungen über die noch nicht ganz ausgeschlossene Jamaika-Koalition bedeutet, blieb unklar.

Rückblick: Grüne schlagen Dreiergespräche vor, SPD und FDP stimmen zu

Die FDP stimmte am Mittwoch dem Vorschlag der Grünen für Dreiergespräche mit der SPD zur Vorbereitung möglicher Koalitionsverhandlungen zu. „Wir haben den Vorschlag eines Gesprächs mit der SPD angenommen“, sagte Parteichef Christian Lindner nach internen Beratungen. Dazu habe er SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz bereits für den folgenden Tag ein Gespräch angeboten, so Lindner. Zum Verhältnis zu den Grünen sagte er:

Grüne und FDP sehen viele Dinge sehr unterschiedlich, wir haben aber erfahren, dass wenn wir uns um Verständigung bemühen, dass dann eine Art fortschrittsfreundliches Zentrum gebildet werden kann. Daraus ergibt sich viel Phantasie.

Ampel-Sondierungen beginnen mit sechsstündigem Treffen

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz sagte, er freue sich über Sondierungsgespräche zu einer Ampel-Koalition: „Und morgen geht es dann los“, so Scholz am Mittwoch. Er gab das Ziel aus, mit Grünen und FDP „eine Regierung zu bilden, die den Fortschritt in Deutschland zustande bringt“. Die drei Parteien hätten einen gemeinsamen Auftrag bei der Bundestagswahl bekommen und müssten diesen nun umsetzen. Das erste Dreier-Gespräch findet heute von 11 Uhr bis 17 Uhr statt.

Lindner: Keine Parallelgespräche über Ampel und Jamaika

Ein Jamaika-Bündnis mit Union und Grünen wollte Lindner trotzdem nicht ausschließen. Dies bleibe eine Option, sagte er, aber: „Es gibt keine Parallelgespräche.“ Die FDP habe in ihren Gremien beschlossen, dass sie „Schritt für Schritt“ vorgehen wolle. Deshalb könne man jetzt nicht sagen, was nach dem ersten Gespräch mit SPD und Grünen passieren werde.

Die CSU bleibt nach den Worten von Parteichef Markus Söder für die Sondierung einer Jamaika-Koalition aus Union, Grünen und FDP weiter gesprächsbereit. Dies werde allerdings nicht in einer Art „Dauer-Lauerstellung“ sein, sagte Söder am Mittwoch in München.

Eine gemeinsame Jamaika-Sondierung mit FDP und Grünen wäre fair gewesen. Aber die beiden haben sich entschieden, ohne die Union die Ampel zu sondieren. Wir bedauern, aber respektieren diese Entscheidung. Jamaika wäre eine Chance zur Modernisierung des Landes gewesen.

Habeck: Größte Schnittmenge mit SPD denkbar

Davor hatten schon die Grünen gesagt, dass sie in Dreier-Sondierungsgespräche mit SPD und FDP einsteigen wollen. „Das schlagen wir der FDP vor“, sagte die Parteivorsitzende Annalena Baerbock. Nach Einzelgesprächen mit allen Parteien seien die Grünen zu dem Schluss gekommen, „dass es sinnvoll ist, weiter jetzt vertieft (...) mit FDP und SPD weiter zu sprechen“.

Baerbock sagte auch, Deutschland stehe vor großen Herausforderungen, die rasch angepackt werden müssten, deshalb seien die Grünen der Überzeugung, „dass sich dieses Land keine lange Hängepartie leisten kann“.

Die Grünen sind also für eine Ampel-Koalition aus SPD, FDP und Grünen. Die Einzelgespräche der vergangenen Tage hätten gezeigt, „dass dort die größten inhaltlichen Schnittmengen denkbar sind“, sagte Grünen-Co-Chef Robert Habeck.

Aber man müsse noch den Ausgang möglicher Sondierungsgespräche mit SPD und FDP abwarten, den Grünen sei klar, „dass der Keks noch lange nicht gegessen ist“. Es gebe da noch Lücken und erhebliche Differenzen.

Altmaier: „Soeben hat der Ampel-Zug den Bahnhof verlassen.“

Der Tweet von Wirtschaftsminister Peter Altmaier zu den Sondierungen von FDP, Grünen und SPD hat es in sich:

Soeben hat der Ampel-Zug den Bahnhof verlassen. Zum 1. Mal seit 41 J (Schmidt/Genscher) sprechen FDP & SPD (und Grüne) ernsthaft über eine Koalition. CDU/CSU sind Beobachter. Wir müssen jetzt unsere Hausaufgaben machen und zeigen, dass wir die Lektion vom 26.9. verstanden haben.

Laut CDU-Vize Julia Klöckner stehe die Union vor einem weitreichenden Umbruch.

Nach 16 Jahren Regierungsführung stehen wir vor einer Zäsur. So hart das ist, aber wir müssen diese Situation jetzt als Chance begreifen.

„Isch ower“!

Alles in allem sind die Gespräche mit Grünen, FDP und SPD für die User im Netz ein gefundenes Fressen: „Isch ower“.

Christian Lindner betont als extra nachgeschobenen Schlusssatz: Es gibt keine Parallelgespräche mit der Union. Isch ower. 🚥

Was glaubt ihr, wie viele Anrufe von Armin Laschet Christian Lindner seit der PK der Grünen erhalten hat? Bonusfrage: wie oft hat er ihn weggedrückt?

Dass ausgerechnet Christian Lindner, aller Voraussicht nach, die Karriere von Armin Laschet beenden wird. Ich hätte es vor einem Jahr für unmöglich gehalten.

Ich kann mir gut vorstellen, dass Christian Lindner sich richtig auf die Ampel freut und die FDP erst recht. Mit SPD und Grünen Arm in Arm.... 🥰

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