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Der Machtkampf in der Union um die K-Frage ist entschieden. In der Nacht hat sich eine klare Mehrheit im CDU-Bundesvorstand erneut für Parteichef Armin Laschet als Kanzlerkandidat der Union ausgesprochen. Und CSU-Chef Markus Söder? Der hält Wort.

„Die Würfel sind gefallen – Armin Laschet wird Kanzlerkandidat“, mit diesen Worten trat Markus Söder (CSU) am Dienstag bei der Pressekonferenz ans Mikrofon. Der Ministerpräsident wolle Wort halten, sagte er und gratulierte Armin Laschet (CDU) zur Kanzlerkandidatur. Er wolle Laschet und die CDU in vollem Maße unterstützen.

Nach sechs Stunden Beratungs-Marathon hatten sich in der Nacht auf Dienstag 31 Vorstandsmitglieder in einer geheimen Online-Abstimmung für Laschet entschieden. Neun Stimmen gab es für seinen Kontrahenten Söder. Sechs Vorstandsmitglieder haben sich enthalten. Vorausgegangen war der Entscheidung ein achttägiges Ringen um die Frage, wer am 26. September für die Union als Kanzlerkandidat antritt. Söder sagte damals schon auf Twitter:

Wenn die CDU es mitträgt, bin ich bereit, Verantwortung für unser Land zu übernehmen. Die Woche der Meinungsbildung von der Basis über die Fraktion bis zum Vorstand war wichtig. Danke für den breiten Rückhalt. Wenn die CDU entscheidet, werden wir das respektieren.

Laschet sagt Danke

Auch Laschet äußerte sich am Dienstag noch zu der Stellungnahme von Söder. Er wisse, dass manche sich ein anderes Ergebnis gewünscht hätten. Aber so sei es eben in einer Demokratie und er sei Söder dankbar, dass er dies auch noch einmal klar gestellt habe. Es sei wichtig, dass CDU und CSU jetzt als Team in den Wahlkampf gehen würden. Söder werde dabei für die Zukunft Deutschlands eine zentrale Rolle spielen, stellte Laschet klar.

In seiner Funktion als Unions-Kanzlerkandidat hat Laschet seinen ehemaligen Konkurrenten Friedrich Merz ins Wahlkampfteam geholt. Er setzt dabei auf dessen Beliebtheit in Umfragen besonders im Südwesten und in Ostdeutschland.

Keine Einigung am vergangenen Wochenende

Am Sonntagabend hatten sich Laschet und Söder im Bundestagsgebäude getroffen. Ihr Ziel: Sich in der K-Frage zu einigen. Ergebnis? Fehlanzeige.

Am Montag hatte dann die Junge Union (JU) den Druck auf Armin Laschet erhöht: „Die beiden Kandidaten hatten genug Zeit, zu einer Entscheidung zu kommen. Dies ist nicht geschehen und jetzt sehen wir uns gezwungen, uns zu positionieren. Dies ist mit deutlicher Mehrheit für Markus Söder erfolgt“, sagte JU-Chef Tilman Kuban. In der JU-Landeschef-Konferenz hatten sich 14 von 18 Landesvorsitzenden für Söder ausgesprochen.

Junge Union Rheinland-Pfalz für Markus Söder

Auch Jens Münster, der Landesvorsitzende der Jungen Union Rheinland-Pfalz, hatte dem SWR gesagt, dass sich sein Landesverband hinter Markus Söder stellt. Das sei aber „keine Ablehnung von Armin Laschet“. Ein Stimmungsbild der Basis sei auch „nie ein Affront“, sondern eine „ehrliche Rückmeldung“.

Laschets Plus: breite Unterstützung in Parteigremien

Laschets großer Pluspunkt war die deutliche Unterstützung in Präsidium und Bundesvorstand der CDU. Seine Unterstützer waren zum Beispiel Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer oder Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier. Auch die graue Eminenz der CDU, Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble, hatte dem Parteivorsitzenden den Rücken gestärkt.

Söder setzte auf den Rückhalt mehrerer Ministerpräsidenten – und seine guten Umfragewerte. Die Ministerpräsidenten von Saarland, Sachsen-Anhalt und Sachsen. Tobias Hans, Reiner Haseloff und Michael Kretschmer hatten sich Söders Positionen angenähert und ebenfalls betont, wie wichtig die Umfragewerte bei der Kür des Kanzlerkandidaten seien. Allerdings gab es in der CSU durchaus Stimmen gegen Söder – wenn sie auch nicht so laut waren.

Baldauf und Schulze wollten Konferenz der Kreisvorsitzenden

Der rheinland-pfälzische CDU-Vize Christian Baldauf und Sachsen-Anhalts CDU-Landeschef Sven Schulze hatten eine Konferenz der CDU/CSU-Kreisvorsitzenden ins Spiel gebracht. Auch wenn die 325 Kreisvorsitzenden nicht über den Kanzlerkandidaten entscheiden können, sollte damit zumindest die Stimmung an der Basis abgefragt werden. Dieser Vorschlag fiel aber beim Bundesvorstand durch.

Heute Nachmittag wartet schon die erste Bewährungsprobe auf den CDU-Chef, denn dann steht die nächste Sitzung der Unionsfraktion an. Daran wird sich Laschet nicht gerne erinnern - vor einer Woche hatte sich die Gruppe der CDU- und CSU-Bundestagsabgeordneten mehrheitlich für Söder ausgesprochen.

Annalena Baerbock und Robert Habeck (beide Grüne) (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Hendrik Schmidt)
Einer von beiden wird Kanzlerkandidat der Grünen: Annalena Baerbock oder Robert Habeck picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Hendrik Schmidt

Für die Grünen tritt Annalena Baerbock an

Während die einen lautstark um die Kandidatur streiten, entscheiden andere geräuschlos. Die Grünen haben am Montagvormittag bekanntgegeben, dass sie mit Annalena Baerbock als Kanzlerkandidatin in den Bundestagswahlkampf ziehen.

Die Partei hatte den Vorsitzenden Baerbock und Robert Habeck die Entscheidung überlassen. So oder so wollen sie als Spitzenduo den Grünen-Wahlkampf führen, „unabhängig davon, wer einen halben Schritt zurückgeht“, formulierte Habeck die Situation.

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