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Deutschland auf dem Weg zur neuen Regierung: SPD, Grüne und FDP haben sich auf einen Koalitionsvertrag geeinigt. Hier bekommt ihr alle Infos zur „Ampel“.

Ziemiak sieht Chance auf Regierungsbeteiligung der CDU

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak hat das schlechte Abschneiden seiner Partei bei der Bundestagswahl anerkannt, sieht aber dennoch Chancen auf eine Regierungsbeteiligung. Dennoch sehe er das Ergebnis realistisch: „Ich finde, bei diesen Verlusten darf man nichts schönreden.“ Dennoch gebe es die zwei Optionen im Parlament, „und die Frage ist, wer bekommt eine Mehrheit?“ Armin Laschet sei ein geübter Verhandler, der wisse, wie man ein Land und eine Koalition zusammenhalte.

Wahl-Niederlage der Linken: Ex-Parteichefin Kipping nennt Gründe

Die Partei Die Linke hat die Fünf-Prozent-Hürde verpasst. Die frühere Vorsitzende der Partei, Katja Kipping, hat das schlechte Ergebnis bei der Bundestagswahl in einer ersten Analyse im SWR auf drei Faktoren zurückgeführt:

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Nachrichten Kipping (Linke) zur Wahl-Niederlage

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Die Partei hatte innerhalb der Bundestagsfraktion für den Rettungseinsatz aus Afghanistan keine einheitliche Linie gefunden und sich auf Enthaltung geeinigt. Kipping sagte, die Partei müsse nun solche Punkte, die für Irritationen bei Wählerinnen und Wählern gesorgt hätten, programmatisch ausräumen.

Linken-Spitzenkandidat Dietmar Bartsch hat eine bedingungslose Analyse der Schlappe bei der Bundestagswahl gefordert. Es müsse „tabulos“ über inhaltliche, strategische und auch personelle Fragen gesprochen werden, sagte Bartsch ARD Morgenmagazin..

Die Linke verpasste zwar die Fünf-Prozent-Hürde (nach vorläufigem Wahlergebnis kommt sie auf 4,9 Prozent) – da sie aber drei Wahlkreise direkt gewann, greift die sogenannte Grundmandatsklausel. Das bedeutet, dass die Linke mit der vollen Zahl von 39 Abgeordneten in den Bundestag einzieht, die ihr laut dem Zweitstimmenergebnis zusteht.

Kretschmann nicht zufrieden mit Ergebnis der Grünen

Für Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) ist das Abschneiden seiner Partei bei der Bundestagswahl nicht zufriedenstellend. „Wir haben ja sehr viel mehr gewollt“, sagte er im SWR. „Wir wollten das Bundeskanzleramt erobern. Von diesem Ziel sind wir nun weit entfernt.“ Die Grünen seien aber immerhin so stark, dass niemand an „uns vorbeikommt“. Eine Wunschkoalition nannte Kretschmann nicht. „Die Messlatte ist ein ambitionierter und schneller Kampf gegen den Klimawandel.“ Im ZDF ergänzte er, anders als ein Großteil seiner Partei sehe er die SPD nicht als natürlichen Partner der Grünen an.

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Nachrichten Kretschmann: Nicht vorher auf Koalition festlegen

Dauer

Dreyer: „Die Menschen wollen Olaf Scholz als Kanzler“

Die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer (SPD), sieht nach der Bundestagswahl das Mandat für die Regierungsbildung ganz klar bei der SPD. „Die Menschen wollen Olaf Scholz als Kanzler – das haben sie mehr als deutlich zum Ausdruck gebracht“, sagte sie im SWR. Er müsse nun Koalitionsgespräche führen, unabhängig von den Beratungen, die Grüne und FDP anstrebten.

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Nachrichten RLP-Ministerpräsidentin Dreyer (SPD) zu Ampel-Koalitionsgesprächen

Dauer

Dreyer steht selbst einem Ampel-Bündnis aus SPD, FDP und Grünen vor, mit denen sie in Mainz die Landesregierung gebildet hat.

Wissing: Noch keine Präferenz bei Koalition

FDP-Generalsekretär Volker Wissing hat sich nach der Bundestagswahl noch auf keine Präferenz festgelegt, was die Regierungsbildung angeht. Die FDP wolle, wie alle anderen Parteien auch, das Ergebnis beraten und man werde „im Laufe der nächsten Tage“ miteinander sprechen, so Wissing im SWR. Mit Blick auf die zwei möglichen Koalitionen unter Beteiligung der Grünen und der FDP, sagte der FDP-Generalsekretär:

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Nachrichten FDP-Generalsekretär Wissing zu grün-gelben Verhandlungen

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Die FDP hat nach Auszählung aller Wahlkreise mit 11,5 Prozent der Stimmen den vierten Platz belegt. Die Partei könnte der kleinste Partner in einer Regierungskoalition sowohl nach dem Modell Ampel unter SPD-Führung oder mit der Union in einer Jamaika-Koalition werden.

Chrupalla: AfD trotz Gegenwind stabilisiert

Der AfD-Co-Vorsitzende Tino Chrupalla sieht seine Partei ungeachtet der Stimmverluste bei der Bundestagswahl „stabilisiert“. Er sei mit dem Ergebnis zufrieden, sagte er im ARD Morgenmagazin. Das Vorhaben der anderen Parteien, die AfD wieder aus dem Bundestag zu verbannen, sei gescheitert. „Wir sind weiterhin eine starke Opposition.

Röttgen: CDU/CSU als Volksparteien in Frage gestellt

Der CDU-Politiker Norbert Röttgen sieht den Status von CDU und CSU als Volksparteien durch das schlechte Abschneiden bei der Bundestagswahl in Frage gestellt. Röttgen sagte im ARD Morgenmagazin, wenn das Ergebnis so bleibe, „sind wir nicht mehr Volkspartei“. Allerdings bedeutet das seiner Einschätzung nach nicht, dass sich die Union nicht um eine Regierungsbildung bemühen könne.

Hofreiter bei Jamaika-Koalition skeptisch

Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter hat sich zurückhaltend zur Bildung einer sogenannten Jamaika-Koalition aus Union, Grünen und FDP geäußert. Im ARD Morgenmagazin verwies er auf den Stimmverlust von CDU und CSU. „Im Laufe des Wahlabends ist ja deutlich geworden, dass die SPD vor der Union liegt.“ Hinzu kämen die „wirklich katastrophalen persönlichen Werte von Armin Laschet im Vergleich zum Herrn Scholz“.

FDP-Politiker Kuhle: „Neues Parteiensystem in Deutschland“

Der FDP-Innenpolitiker Konstantin Kuhle sieht im Ergebnis der Bundestagswahl eine entscheidende Wendung im politischen Gefüge der Bundesrepublik. „Wir sehen, dass mit dem gestrigen Tag ein neues Kapitel angebrochen ist für das Parteiensystem in Deutschland: Die Grünen und die FDP erreichen zusammen mehr als die Union oder die SPD“, sagte er im ARD Morgenmagazin. Deswegen sei es sinnvoll, wenn sich seine Partei mit den Grünen gemeinsam überlegte, „welche Form von Modernisierung für das Land möglich ist“.

Mit Blick auf ein mögliches Regierungsbündnis wies er auf große inhaltliche Unterschiede zwischen beiden Parteien hin – etwa bei der Klima-, der Wirtschafts- und Finanzpolitik. Da müsse man sehen, wie man sich aufeinander zubewege.

Neuer Bundestag in Rekord-Größe

Der neue Bundestag wird eine Rekordzahl an Abgeordneten haben: Laut Bundeswahlleiter sind es 735 – nach bisher 709. Die SPD bekommt die meisten Sitze. Der Südschleswigsche Wählerverband (SSW) die wenigsten mit genau einem. Die Partei hat in Schleswig-Holstein etwa so viele Stimmen bekommen wie sonst bei einer Landtagswahl. Und das reicht für ein Bundestagsmandat. Als Partei einer nationalen Minderheit ist der SSW von der Fünf-Prozent-Hürde befreit.

598 Abgeordnete werden nach den Regelungen des Bundeswahlgesetzes mindestens in den Deutschen Bundestag gewählt. Aufgrund von Überhang- und Ausgleichsmandaten fällt die Zahl der Sitze aber noch deutlich höher aus.

Klingbeil: Kein Regierungsauftrag für Union

Nach der Bundestagswahl will SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil, dass seine Partei schnell mit der FDP und den Grünen über eine Regierungsbildung spricht. Das hat er im ARD Morgenmagazin gesagt. CDU und CSU mit Unions-Spitzenkandidat Armin Laschet sieht er als die klaren Wahlverlierer. Klingbeil machte deutlich, dass sich dadurch aus seiner Sicht kein Regierungsauftrag für die Union ableite.

Linken-Politikerin Lötzsch räumt Fehler im Wahlkampf ein

Die Linken-Politikerin Gesine Lötzsch hat angesichts des verschlechterten Abschneidens ihrer Partei bei der Bundestagswahl strategische Fehler im Wahlkampf eingeräumt. Im ARD Morgenmagazin erklärte Lötzsch, es sei ein Fehler gewesen, „dass wir nicht deutlich genug gemacht haben, dass wir Opposition sind, dass wir klare Forderungen haben und dass wir von diesen Forderungen natürlich nicht abrücken werden“.

Nach der Wahl ist vor den Verhandlungen: Wer kann mit wem koalieren?

Das Patt zwischen SPD und Union macht die Bildung einer Regierung noch schwieriger als erwartet. Ein Dreierbündnis wird es wohl – welches, wird nun von den Grünen und der FDP abhängen.

Deutschland

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27-jährige SPD-Politikerin gewinnt in Merkels ehemaligem Wahlkreis

Anna Kassautzki (SPD) gewinnt das Direktmandat im ehemaligen Wahlkreis von Angela Merkel. „Es erfüllt mich mit Demut“, sagt die 27-jährige Jungpolitikerin dem Nachrichtenportal Watson über ihr neues Mandat im Wahlkreis Vorpommern-Rügen – Vorpommern-Greifswald I. Das Direktmandat sei nicht nur „ein großes Erbe, sondern es gehe auch um die Menschen im Wahlkreis“.

SPD gewinnt Bundestagswahl vor Union

Die SPD hat die Bundestagswahl nach dem Ergebnis der Auszählung aller Wahlkreise gewonnen. Erstmals seit mehreren Jahren legte sie wieder zu und kam auf 25,7 Prozent, wie in der Nacht zu Montag auf der Website des Bundeswahlleiters ersichtlich war. Die CDU/CSU stürzte dagegen nach 16 Jahren Regierungszeit von Kanzlerin Angela Merkel mit 24,1 Prozent auf ein Rekordtief. Die Grünen errangen mit 14,8 Prozent das beste Ergebnis ihrer Geschichte und wurden drittstärkste Kraft. Die FDP verbesserte sich auf 11,5 Prozent. Die AfD rutschte mit 10,3 Prozent vom dritten auf den fünften Rang. Die Linke stürzte auf 4,9 Prozent.

Wie war am Abend die Stimmung bei den Parteien? Wir haben euch in unserer Instagram-Story durch Berlin mitgenommen. Schaut rein!

Maaßen verpasst Sprung in Bundestag

Der ehemalige Präsident des Bundesverfassungsschutzes, Hans-Georg Maaßen, hat es nicht in den Bundestag geschafft. Der auch in den eigenen Reihen umstrittene CDU-Politiker scheiterte mit seiner Kandidatur für ein Direktmandat in Süd-Thüringen deutlich. Den Wahlkreis gewann der ehemalige Biathlon-Bundestrainer Frank Ullrich für die SPD.

Vorläufiges Endergebnis in Baden-Württemberg: CDU stärkste Kraft, SPD nur Zweite

Die CDU ist bei der Bundestagswahl in Baden-Württemberg auf ein Rekordtief gefallen – bleibt aber trotzdem stärkste Kraft. Laut dem vorläufigen amtlichen Endergebnis schafft es die Partei auf 24,8 Prozent. Die SPD liegt mit 21,6 Prozent dahinter, es folgen die Grünen mit 17,2 Prozent.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach weiter im Bundestag

Der SPD-Politiker Karl Lauterbach holt sich das Direktmandat für den Wahlkreis Leverkusen – Köln IV und bleibt damit im Bundestag. Der Gesundheitsexperte, der durch die Corona-Pandemie deutschlandweit präsent ist, erreichte bei der Bundestagswahl 45,6 Prozent der Erststimmen. Lauterbach war bei der SPD auf einem hinteren Listenplatz gelandet, er bleibt durch sein Direktmandat aber im Bundestag. Er hatte vor der Wahl bereits Interesse daran bekundet, der nächste Bundesgesundheitsminister zu werden.

Deutlich mehr als doppelt so viele Stimmen wie die zweitplatzierte Kandidatin der CDU, Serap Güler. Damit bin ich zum 5. mal direkt gewählt. Die Wahl ist auch ein Votum für unsere Coronapolitik. Ich danke den vielen Wählern, die diese Arbeit honoriert haben. https://t.co/nrRWxz2Niv

Bei Erstwählenden schneidet FDP am besten ab

Bei den Erstwählern haben die Parteien komplett anders abgeschnitten. Laut infratest dimap hat die FDP hier mit 23 Prozent die meisten Stimmen gewonnen. Die Grünen folgen mit 22 Prozent dicht dahinter. SPD, Union und Linke folgen weit abgeschlagen. Die wenigsten Stimmen bekam mit 7 Prozent die AfD.

Bundestagswahl So unterschiedlich haben junge und alte Leute gewählt!

Nach der Prognose ist ein deutlicher Unterschied bei den jungen und alten Wählenden zu erkennen.  mehr...

AfD erstmals in Thüringen stärkste Partei

Bei der Bundestagswahl ist die AfD in Thüringen erstmals stärkste Kraft geworden. Nach Abschluss der Auszählung lag die Partei bei 24 Prozent der Stimmen. Die AfD wird in Thüringen wegen rechtsextremistischer Tendenzen vom Verfassungsschutz beobachtet.

SSW feiert Einzug in den Bundestag

Der Südschleswigsche Wählerverband (SSW) hat am späten Sonntagabend die wahrscheinliche Rückkehr in den Bundestag nach mehreren Jahrzehnten gefeiert. Die von der Fünf-Prozent-Hürde befreite Minderheitenpartei stellt Hochrechnungen zufolge künftig einen Abgeordneten in Berlin.

Der SSW repräsentiert die Minderheiten der Dänen und Friesen. Gewählt werden können die Süd-Schleswiger nur in Schleswig-Holstein und da gilt folgendes: Die Partei muss auf so viele Stimmen kommen, dass ihr nach dem Berechnungsverfahren ein Sitz zusteht.

Die SSW war schon mal im Bundestag – allerdings war das 1949. Da hat es Hermann Clausen als bisher einzige Abgeordneter geschafft ins Parlament einzuziehen. Damals noch in Bonn und auch nur für eine Legislaturperiode. Danach hat der SSW nie wieder genug Stimmen bekommen und beschloss dann 1961 – also vor 60 Jahren – bei den Bundestagswahlen nicht mehr anzutreten. In diesem Jahr ist der SSW zum ersten Mal wieder dabei.

Vorläufiges Endergebnis in Rheinland-Pfalz: SPD deutlich vor CDU

Die SPD hat die Bundestagswahl in Rheinland-Pfalz mit deutlichem Vorsprung vor der CDU gewonnen. Das geht aus dem vorläufigen amtlichen Endergebnis hervor, das der Landeswahlleiter in der Nacht zum Montag veröffentlichte.

Elfte Hochrechnung: SPD vor Union, Grüne auf Platz 3

Union: 24,1%
SPD: 25,8%
AfD: 10,5%
FDP: 11,5%
Linke: 4,9%
Grüne: 14,6%
Sonstige: 8,6%

Christian Lindner verpasst erneut Direktmandat

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner hat bei der Bundestagswahl erneut ein Direktmandat deutlich verfehlt. Der 42-Jährige kam im Rheinisch-Bergischen Kreis (Nordrhein-Westfalen) nach Auszählung von 308 von 309 Stimmbezirken auf 16,8 Prozent – und landete damit auf dem vierten Platz. Als Spitzenkandidat seiner Partei zieht er über die Landesliste dennoch in den Bundestag ein. Das Direktmandat in dem Wahlkreis nahe Köln gewann erneut der CDU-Politiker Hermann-Josef Tebroke mit 30,0 Prozent.

Zehnte Hochrechnung: Vorsprung der SPD verfestigt sich

Union: 24,1%
SPD: 25,8%
AfD: 10,5%
FDP: 11,5%
Linke: 4,9%
Grüne: 14,6%
Sonstige: 8,6%

Klöckner scheitert als Direktkandidatin in Rheinland-Pfalz

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) ist bei der Bundestagswahl als Direktkandidatin im Wahlkreis Kreuznach in Rheinland-Pfalz aller Voraussicht nach gescheitert. Sie lag nach Auszählung von 302 von 303 Wahlbezirken mit 29 Prozent hinter Joe Weingarten, der mit 33,1 Prozent in Führung lag, wie die Landeswahlleitung mitteilte.

Klöckner sollte als gewählte Direktkandidatin Nachfolgerin von Antje Lezius werden. Die Ministerin war 2005 und 2009 als Direktkandidatin in den Bundestag gewählt worden. 2011 legte sie ihr Mandat nieder und wurde Spitzenkandidatin bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz. Auch 2013 und 2017 kandidierte sie nicht für den Bundestag. 2018 wurde Klöckner als Landwirtschaftsministerin nach Berlin berufen.

Wähler im Ahrtal lassen sich nicht von Stimmabgabe abhalten

Die Wähler im von der Flut besonders betroffenen Wahlkreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz haben sich von der zerstörten Infrastruktur nicht von der Teilnahme an der Bundestagswahl abhalten lassen. Nach Auszählung von 301 von 302 Wahlbezirken lag die Wahlbeteiligung bei 79 Prozent, wie die Landeswahlleitung mitteilte. 2017 hatte die Wahlbeteiligung im Ahrtal bei 77,5 Prozent gelegen - im Vergleich zu Deutschland ein überdurchschnittlich hoher Wert. 

Dämpfer für Verkehrsminister Scheuer

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer zieht trotz massiver Stimmenverluste wieder in den Bundestag ein. Im Wahlkreis Passau erhält er 30,7 Prozent der Erststimmen, das sind aber 16,8 Prozentpunkte weniger als vor vier Jahren. Der CSU-Politiker schneidet damit schlechter ab als seine Partei, die von 40,5 auf 32,5 Prozent der Zweitstimmen zurückfällt.

Neunte Hochrechnung: SPD immer weiter vor Union

Union: 24,1%
SPD: 25,9%
AfD: 10,4%
FDP: 11,5%
Linke: 5,0%
Grüne: 14,7%
Sonstige: 8,4%

Achte Hochrechnung: SPD baut Vorsprung auf Union aus

Union: 24,3%
SPD: 25,9%
AfD: 10,5%
FDP: 11,5%
Linke: 5,0%
Grüne: 14,5%
Sonstige: 8,3%

Kretschmann: „Wir müssen gut verhandeln“

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann setzt auf Verhandlungsgeschick in den Koalitionsverhandlungen. „Wir müssen uns nicht ins Schwert stürzen, sondern wir müssen gut verhandeln“, sagte Kretschmann im ZDF. Er gab aber zu, dass ihn das Wahlergebnis „etwas enttäuscht“ habe. Zu möglichen Lieblingspartnern will sich Kretschmann nicht äußern: „Wenn man sich vorher festlegt, ist das nicht gut für die Preisbildung.“ Ein Großteil seiner Partei werde allerdings wohl in Richtung SPD tendieren. Es komme darauf an, was am Ende umgesetzt werde. Der Vorschlag von FDP-Chef Christian Lindner, dass zunächst FDP und Grüne miteinander sprechen sollten, sei eine Idee, „über die man nachdenken muss“.

Laschet will CDU-Vorsitzender bleiben

CDU-Chef Armin Laschet will trotz des für die Union enttäuschenden Wahlergebnisses Parteivorsitzender bleiben. Zugleich betont er, dass die Union die nächste Bundesregierung führen wolle. Er habe die Absicht, die Gespräche der Sondierung zu führen – aus dem Amt des CDU-Parteivorsitzenden. „Wie wir die Fraktion aufstellen, das entscheiden wir dann.“ Es gelte eine Koalition zu schmieden, bei der alle Beteiligten mit Lust die nächsten Jahre gestalteten und nicht „dauernd mit Verdruss“. Es sei eine Aufgabe, wozu er auch weiter Parteichef bleiben wolle.

Fünfte Hochrechnung: SPD baut Vorsprung weiter aus

Union: 24,5%
SPD: 25,7%
AfD: 10,5%
FDP: 11,5%
Linke: 5,0%
Grüne: 14,3%
Sonstige: 8,0%

Scholz: Koalitionsverhandlungen vor Weihnachten abschließen

Der Kanzlerkandidat der SPD, Olaf Scholz, will die Koalitionsverhandlungen vor Weihnachten zu einem Ende bringen. Dafür werde er „alles tun“, sagte Scholz in der Elefantenrunde der Spitzenkandidaten. Er sei zuversichtlich, dass die scheidende Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht erneut eine Neujahrsansprache halten werde. Unions-Kandidat Armin Laschet sagte, man müsse deutlich schneller sein mit der Koalitionsbildung als bei der vorigen Bundestagswahl 2017. Am besten solle man noch vor Weihnachten ein Ergebnis erzielen.

Baerbock: Wahlergebnis nicht nur „Grund zur Freude“

Die Kanzlerkandidatin der Grünen, Annalena Baerbock, sieht das Wahlergebnis ihrer Partei zwiegespalten. „Das ist nicht nur Grund zur Freude“, sagt Baerbock angesichts des verfehlten Wahlziels, stärkste Partei zu werden. Zugleich sei mit dem Zugewinn an Stimmen der „klare Auftrag verbunden, für eine Erneuerung in diesem Land zu sorgen“. Die nächste Bundesregierung müsse eine Klimaregierung sein. Zudem macht sie klar, dass sie zusammen mit ihrem Co-Bundesvorsitzenden Robert Habeck als Team in die Koalitionsverhandlungen gehen wird.

Die „Königsmacher“ wollen sich besprechen

Die wahrscheinlichen „Königsmacher“ FDP und Grüne wollen schon bald über künftige Koalitionsmöglichkeiten sprechen. FDP-Chef Christian Lindner sagte in der sogenannten Elefantenrunde der Spitzenkandidaten, dass es ratsam sein könnte, dass die Parteien, die gegen den Status-Quo gekämpft hätten, zuerst miteinander sprechen. Denn 75 Prozent der Menschen in Deutschland hätten nicht die Partei des künftigen Bundeskanzlers gewählt, sagt Lindner. Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock bezeichnete es als „mehr als sinnvoll“, wenn unterschiedliche Parteien jetzt in unterschiedlichen Konstellationen miteinander redeten.

Laschet: Stärkste Partei muss nicht zwingend den Kanzler stellen

Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet geht davon aus, dass nicht unbedingt die stärkste Partei den Kanzlerposten in der künftigen Regierung beanspruchen kann. „Nicht immer war die Partei auf eins auch die, die den Kanzler stellte“, sagte er in der Elefantenrunde der Spitzenkandidaten. Es brauche einen echten Neuanfang. Die große Aufgabe der demokratischen Parteien sei zu sehen, wo es die größten Gemeinsamkeiten gebe. Bei dem künftigen Bündnis gehe es nicht um eine „arithmetische Mehrheit“ im Bundestag. „Ich wünsche mir eine Regierung, wo auch jeder Partner vorkommt, wo auch jeder sichtbar ist – keine Regierung, wo allein der Kanzler mit seinen Punkten glänzen kann“, sagt Laschet. Unterschiedliche politische Positionen müssten so zusammengeführt werden, dass man „gerne“ eine Koalition bilde. „Das war in der großen Koalition am Ende so nicht mehr der Fall.

Laschet oder Scholz – beide wollen Kanzler werden

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz bekräftigt nach ersten Hochrechnungen seinen Anspruch auf das Kanzleramt. Unions-Kanzlerkandidat Laschet will eine Regierung unter Führung der Union bilden. Nach der neuesten ARD-Hochrechnung liegt die SPD mit 25,2 Prozent weiter knapp vor der Union mit 24,6 Prozent.

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz bezeichnet das Votum der Bürgerinnen und Bürger in der sogenannten Elefantenrunde als „sehr eindeutig“. Scholz sieht in dem Ergebnis einen klaren „Auftrag jetzt dafür zu sorgen, dass wir eine gute pragmatische Regierung für Deutschland zustande kriegen, die sich mit den wichtigsten Zukunftsaufgaben beschäftigt“. Scholz bekräftigte zudem, dass es große Schnittmengen mit den Grünen gebe.

Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) bekräftigte in der Elefantenrunde, dass er Bundeskanzler werden möchte: „Wer Bundeskanzler in Deutschland wird, muss es schaffen, unterschiedliche Fraktionen des deutschen Bundestages zusammenzubringen, und dann eine Mehrheit zu haben“, so Laschet.

Wie ist die rechtliche Lage – wer darf Kanzler werden?

Es ist nicht so, dass nur der Wahlsieger eine Regierungskoalition bilden oder nur er als erster sondieren darf. Entscheidend ist am Ende allein, wer es schafft, für die Kanzlerwahl im Bundestag eine Mehrheit zu organisieren.

Söder: Klatsche für Rot-Rot-Grün

CSU-Chef Markus Söder sagt, Rot-Rot-Grün „hat heute eine Klatsche bekommen.“ Das sei auch ein klares Votum gegen SPD-Spitzenkandidat Olaf Scholz, sagte Söder in der Elefantenrunde der Spitzenkandidaten. Nun gehe es darum, ein Regierungsbündnis für die Zukunft zu schmieden. Diesen Anspruch Deutschland zu erneuern könne man gut mit Armin Laschet dokumentieren – „vielleicht mit der FDP und den Grünen zusammen“. Auf die Frage, ob die Union mit ihm als Kanzlerkandidat besser abgeschnitten hätte, sagte Söder: „Das ist Schnee von gestern.“ Man habe zuletzt einen großen Endspurt hingelegt. „Ich habe großen Respekt vor Armin Laschet.

Vierte Hochrechnung: SPD baut Vorsprung aus

Union: 24,5%
SPD: 25,5%
AfD: 10,9%
FDP: 11,7%
Linke: 5,0%
Grüne: 13,8%
Sonstige: 8,6%

Dritte Hochrechnung: SPD baut Vorsprung leicht aus

Union: 24,6%
SPD: 25,2%
AfD: 10,8%
FDP: 11,6%
Linke: 5,0%
Grüne: 14,3%
Sonstige: 8,5%

Söder: Ergebnis in Bayern nicht zufriedenstellend

CSU-Chef Markus Söder hat an den historisch schlechten Zustimmungswerten seiner Partei zu knabbern, kann ihnen aber dennoch Positives abgewinnen. „Unser Ergebnis in Bayern gefällt uns nicht, ganz im Gegenteil, es ist kein zufriedenstellendes Ergebnis“, sagte Söder. „Aber es liegt doch deutlich über dem Bundesergebnis und ist zumindest ein substanzieller Beitrag.“ Für die CSU seien zwei Wegmarken wichtig gewesen: Über 30 Prozent in Bayern und über 5 Prozent bundesweit zu erreichen.

Scholz sieht Regierungsauftrag bei der SPD

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hat sich erfreut über das Ergebnis seiner Partei bei der Bundestagswahl gezeigt. Dieses sei „ein Auftrag“, dafür zu sorgen, dass die SPD-Positionen nun auch umgesetzt würden, sagte Scholz am Sonntagabend unter großem Jubel in der Parteizentrale. „Jetzt warten wir das endgültige Wahlergebnis ab, aber dann machen wir uns an die Arbeit.

Zweite Hochrechnung: SPD immer noch knapp vor Union

Union: 24,7%
SPD: 24,9%
AfD: 11,1%
FDP: 11,7%
Linke: 5,0%
Grüne: 14,6%
Sonstige: 8,0%

Baerbock: Grüne haben Wahlziel verfehlt

Die Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock räumt ein, dass die Partei ihr Wahlziel verfehlt hat. Man habe als führende Kraft das Land gestalten wollen, sagt sie am Wahlabend. „Wir wollten mehr. Das haben wir nicht erreicht, auch aufgrund eigener Fehler zu Beginn des Wahlkampfs in der Kampagne – eigener Fehler von mir.“ Diesmal habe es nicht gereicht, doch die Partei habe einen Auftrag für die Zukunft.

Laschet: „Mein erster Dank gilt der Kanzlerin“

Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet will trotz der erheblichen Stimmenverluste für CDU/CSU bei der Bundestagswahl eine Koalition „unter Führung der Union“ bilden. Es brauche jetzt eine „Zukunftskoalition“, sagte der CDU-Vorsitzende offenbar mit Blick auf ein mögliches Jamaika-Bündnis aus Union, Grünen und FDP. Bundeskanzler werde derjenige, „dem es gelingt, Gegensätze zu verbinden“.

Erste Hochrechnung: SPD ganz knapp vor Union

Union: 24,7%
SPD: 24,9%
AfD: 11,3%
FDP: 11,2%
Linke: 5%
Grüne: 14,8%
Sonstige: 8,1%

CDU hat in NRW stark verloren

Die CDU im Heimatland des Kanzlerkandidaten Armin Laschet hat der ARD zufolge ähnlich stark verloren wie die CSU im Heimatland von Markus Söder. Die CDU verliert danach in NRW ebenso sechs Prozentpunkte wie die CSU in Bayern. In NRW kommt die CDU nach ersten Prognosen auf 27 Prozent, die CSU in Bayern auf 32,5 Prozent.

Parteienforscher: „Machtwechsel liegt in der Luft“

Parteienforscher Karl-Rudolf Korte ist der Meinung, ein „Machtwechsel liegt in der Luft“. Ihm zufolge stehen nun „komplexe Verhandlungen“ an. Die Parteien könnten nicht zeitgleich verhandeln. Korte sagt im ZDF weiter: „Ich höre aus den Gesprächen heraus, dass der Sondierungsweltmeister den Kanzler stellt, nicht der Sieger von heute Abend.“ Das wäre historisch neu.

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