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Die Corona-Warn-App kann helfen, mich davor zu warnen, wenn ich Kontakt zu einer infizierten Person hatte. Aber wie reagiere ich, wenn mir die App einen riskanten Kontakt anzeigt?

Wenn man die App öffnet, dann ist da im Normalfall alles grün mit der Info: „niedriges Risiko – bisher keine Risiko-Begegnung“. Es kann aber auch sein, dass alles grün ist und dort steht „Niedriges Risiko – 1 Risikobegegnung“. Das macht erstmal etwas stutzig, wenn man das sieht – aber was mache ich dann?

Was mache ich bei einer Risikobegegnung?

Solange der Hintergrund in der App grün ist, ist das Risiko sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben gering. Man ist zwar jemandem begegnet, der positiv getestet ist, aber vielleicht nur ganz kurz oder man war doch eher weit weg – oder beides.

Eine Rolle spielt auch, wie viele Tage diese Begegnung schon her ist. Das alles wird in der App unterschiedlich gewichtet – und da kommt dann das persönliche Risiko bei raus. Diese Berechnungen passieren alle auf dem Smartphone – das RKI spricht in diesem Fall davon, dass ein bestimmter Schwellenwert für das Risiko nicht überschritten wurde.

Wenn man so eine Begegnung mit geringem Risiko hatte, warnt die App einen nicht extra – das sieht man dann nur, wenn man selbst aktiv die App öffnet. Solange die Anzeige da grün ist – egal, ob mit oder ohne Risikobegegnung – gilt: weiter die allgemeinen Regeln einhalten: also regelmäßig Hände waschen, Abstand halten, Maske tragen, wenn man den Abstand nicht einhalten kann.

Corona-Warn-App: Wann wird gewarnt?

Eine rote Meldung heißt: ich habe ein erhöhtes Risiko, dass ich mich vielleicht angesteckt habe. Da warnt mich dann die App auch aktiv mit einer Nachricht. Das heißt dann trotzdem nicht, dass ich mich sofort testen lassen muss.

Aber ich sollte dann auf jeden Fall so wenige andere Leute wie möglich treffen. Sobald aber Kopfschmerzen, Husten oder andere Symptome auftreten, dann beim Hausarzt anrufen oder beim ärztlichen Bereitschaftsdienst oder dem Gesundheitsamt, und dann wird entschieden, ob man einen Corona-Test machen sollte.

Kann mein Chef oder meine Chefin mir vorschreiben, dass ich trotz der „roten“ App zur Arbeit kommen muss?

Nein, das darf der Chef bzw. die Chefin nicht so einfach entscheiden, sagt Kolja Schwartz aus der SWR3-Rechtsredaktion. Aber als Arbeitnehmer darf ich auch nicht einfach deswegen zwei Wochen zu Hause bleiben. Die Warnung in der App ist rechtlich erstmal nichts anderes als der private Hinweis, dass man Kontakt zu jemanden hatte, der infiziert ist.

Arbeitnehmer sollten sich in dieser Situation sofort an ihren Arzt oder besser gleich an das Gesundheitsamt wenden. Wenn der Arzt oder das Gesundheitsamt die Quarantäne anordnen, dann ist das bindend für den Arbeitgeber. Und dann wird er dafür auch entschädigt, kann sich also den Lohn für den Mitarbeiter von der Behörde zurückholen.

Und wenn ich die Meldung bei der Arbeit sehe, sofort heimgehen will, aber so schnell niemanden vom Gesundheitsamt erreiche?

Dann sollte man erstmal mit dem Chef reden und das erklären. Und ich kann jedem Arbeitgeber nur raten, auch dann Möglichkeiten zu finden den Arbeitnehmer gehen zu lassen, denn als Arbeitgeber hat man eine Fürsorgepflicht gegenüber den Angestellten. Die müssen also vor einer möglicherweise infizierten Person geschützt werden. Wie man das macht, ob mit Einzelbüro, Homeoffice oder kurzzeitiger Freistellung, hängt dann von den Gegebenheiten ab.

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