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Woody Allen ist jetzt 75. Und „seine Filme machen immer noch Spaß, was auch der Neueste beweist!“ Das sagt SWR3-Kinomän Jo Müller als ausgewiesener Woody-Allen-Fan über „Ich sehe den Mann deiner Träume“.

„Ich sehe den Mann deiner Träume“ macht Spaß. Auch wenn ich viele der neurotischen Figuren und tragikomischen Situationen schon aus anderen Woody-Filmen kannte. Es geht um den erfolgslosen Schriftseller Roy, der sich in eine Nachbarin verguckt, während seine Frau Sally ein Auge auf den Chef geworfen hat. Sallys Mutter wiederum hat Ärger mit ihrem Mann, der sich von ihr trennt und in eine Klischee-Blondine verliebt, die viele Erdzeitalter jünger ist als er. Die Verlassene sucht ihr Glück bei einer Wahrsagerin, die ihr allen möglichen Mumpitz für die Zukunft prophezeit.

Mit Anthony Hopkins und Antonio Banderas

Beziehungswahnsinn, erotische Verwicklungen, unvorhergesehene Schicksalsschläge und Charaktere die wissen, dass sie keine Chance haben, aber sie trotzdem nutzen. Typisch Woody Allen, der das mal in dem Satz zusammen gefasst hat: „Das Leben ist Scheiße, aber man kann nicht genug davon haben.“ Allerdings hat sein neuester Film einen ganz großen Nachteil: Es spielen zwar große Stars mit, wie Anthony Hopkins, Antonio Banderas und Naomi Watts, aber eben nicht der Meister selbst. Und ich liebe die Filme, in denen Woody nicht nur hinter, sondern auch vor der Kamera steht.

Woody Allen - ein Ausnahmefilmemacher

„Der Stadtneurotiker“ oder  „Manhattan“ gehören zu den besten und witzigsten Filmen aller Zeiten. Vielleicht hat Woody ein wenig nachgelassen, vielleicht wiederholt er sich inzwischen. Was soll’s: Der Mann dreht jedes Jahr einen Film, kriegt die Stars, die er will - für ein Butterbrot  - und zieht einfach seit vielen Jahrzehnten sein Ding durch. Und wenn er in Amerika kein Geld auftreiben kann, geht er einfach nach Europa. Woody Allen ist ein Ausnahme-Filmemacher und Komiker. Seine Filme machen immer noch Spaß, was auch der Neueste beweist. Zum Schluss noch ein Zitat vom Meister selbst: „Ich würde Ihnen gerne eine positive Botschaft mit auf den Weg geben – ich habe aber keine. Würden Sie eventuell auch zwei negative nehmen?“

Autor
Jo Müller
Autor
SWR3.online