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Hollywood-Superstar George Clooney ist in „The American“ als Profikiller in einem italienischem Bergdorf unterwegs. Kinomän Jo Müller meint: Ein Thriller, der trotz Schwächen sein Eintrittsgeld wert ist.

„The American“ ist eine Mixtur aus modernem Western und eiskaltem Thriller. Eine wehmütige, teilweise kitschige Gangsterballade. George Clooney spielt darin einen alternden Profikiller. Als einer seiner Aufträge schief geht, hat er die Nase voll. Bevor er aber Schluss macht, will er noch einen letzten Job annehmen. Er reist in ein völlig abgelegenes italienisches Bergdorf und fällt dort als Amerikaner natürlich auf wie ein bunter Hund. Außerdem passiert das, was einem Berufskiller nicht passieren darf: Er verliebt sich. Das kann ja nur böse enden!

Grönemeyer als Filmkomponist

Für die passende Atmosphäre sorgt der melancholisch-düstere Soundtrack von Herbert Grönemeyer. Dessen Ausflug ins Fach der Filmkomponisten ist, wie ich finde, ganz gut gelungen, weil er es schafft die Musik dezent und unaufdringlich einzusetzen. Eben nicht laut und plakativ. Gestört hat mich an dem Film, dass das Erzähltempo sehr schleppend ist. Was daran liegt, dass Starfotograf und Regisseur Anton Corbijn sich an seinen eigenen durchkomponierten Aufnahmen nicht sattsehen kann. Die Bilder dieses Films wirken oft reichlich selbstgefällig und drosseln das Tempo. Großer Pluspunkt allerdings: George Clooney ist als desillusionierter, wortkarger und misstrauischer Auftragskiller absolut überzeugend. Und deshalb sein Eintrittsgeld wert.

Autor
Jo Müller
Autor
SWR3.online