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Woody Allens neuer Film ist eine Liebeserklärung an Rom – in vielen kleinen Geschichten rund um Liebe, Glamour und skurrile Situationen. Kinomän Jo Müller hat der Film richtig gut gefallen.

Woody Allen führte nicht nur Regie, sondern er spielt auch eine Hauptrolle in dieser wunderschönen Rom-Komödie. Er verkörpert einen Opernregisseur in Pension, der meckernd, mosernd und unter heftiger Flugangst leidend nach Rom fliegt, um die Familie seines Schwiegersohns in spe kennenzulernen. Dessen Vater ist Bestattungsunternehmer und er hat, wie sich durch Zufall herausstellt, auch ein gewisses Gesangstalent. Als der Opernmacher aus Amerika ihn groß herausbringen will, ergibt sich allerdings ein kleines, feines Problem: Der singgewaltige Bestatter kommt nur unter der Dusche richtig in Form. Nun kann man sich vorstellen, dass die Opernbesucher ein klein wenig irritiert sind, dass dieser seine Arien auf der Bühne unter einer Brause zum Besten gibt.

To Rome With Love; Foto: Tobis Film

Woody Allen, Penélope Cruz

Tobis Film

Viele Splitter von verscheidenden Leben in Rom

Der Film besteht aus vielen solcher Episoden. Splitter aus dem Leben von Menschen, die in Rom leben oder die Stadt besuchen. Ein älterer Star-Architekt, Alec Baldwin, blickt auf seine Zeit in Rom zurück, als ihm das Herz gebrochen wurde. Er trifft sein jüngeres Ich und erlebt noch einmal das Drama eines Sommers, als die beste Freundin seiner Freundin zu Besuch kam und sein Leben völlig durcheinander gebracht hat. Sehr witzig auch die Episode mit Roberto Benigni. Er verkörpert einen kleinen Angestellten, der ohne ersichtlichen Grund von heute auf morgen zum Superstar wird, das Ganze erst genießt, sich dann in einen selbstherrlichen Kotzbrocken verwandelt und wieder in Vergessenheit gerät.

Woody Allens Film hat mir wirklich richtig gut gefallen. Er hat eine Unmenge an bizarren Figuren und peinlich-komischen Situationen zu bieten. Der Kultkomiker macht sich wie gewohnt lustig über die Irrungen und Wirrungen der Liebe und gibt auch noch einen giftigen Kommentar über die Glitzer- und Glamourwelt und deren Vergänglichkeit ab. Und natürlich, nicht zu vergessen: „To Rome with Love“ ist auch eine der schönsten Liebeserklärungen an Rom, die man sich vorstellen kann.

Autor
Jo Müller
Autor
SWR3.online