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Der neue Trickfilm aus dem Hause Pixar „Merida – Legende der Highlands“ handelt von einer aufmüpfigen Königstochter. SWR3-Kinomän Jo Müller findet ihn spannend und witzig, doch zu düster für ganz kleine Kids.

Foto: Walt Disney Studios Motion Pictures Germany
Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Königstochter Merida hat Lust auf’s Bogenschießen, aber nicht auf’s Heiraten. Doch ihre Mutter will sie dazu zwingen. Das sei eben der Job einer Prinzessinnen: In den Bund der Ehe einzutreten und Nachwuchs zu zeugen. Außerdem soll so auch der Friede zwischen den Clans gewahrt werden. Merida sind sowohl ihre Pflichten als auch die Clans Schnuppe. Sie probt den Aufstand. Bei dem Bogenschieß-Wettbewerb, bei dem der Gewinner sie zur Frau bekommen soll, macht sie einfach selbst mit.

Foto: Walt Disney Studios Motion Pictures Germany
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Die Mutter bleibt beinhart und Merida ist am Boden zerstört. Sie büxt aus, folgt merkwürdigen Irrlichtern und landet bei einer alten Holzschnitzerin in einer dunklen Hütte. Die alte Holzschnitzerin ist - wir ahnen es - eine Hexe. Merida besorgt sich also einen Zauber um ihre Mama umzustimmen. Und so schmuggelt sie einen verhexten Kuchen ins Schloss. Und als die Königin davon kostet, nimmt das Unglück seinen Lauf. Die Königin verwandelt sich nämlich in einen Bären und wird vom eigenen Mann gejagt.

Knurrige Highländer und Monster statt Knuddeltiere

Dieses neue Pixar-Abenteuer wirkt erstaunlich düster und erwachsen. Es gibt kaum Knuddeltiere, sondern viele knurrige Highlander, die sich prügeln, streiten und trinken. Außerdem ein Monster: Einen teuflischen Bären, der in den Wäldern lauert und für einen spannenden Showdown sorgt. Insofern fehlt diesem Film die Leichtigkeit von zum Beipiel „Cars“. Wenngleich es natürlich auch hier jede Menge pointierter Gags gibt, für die vor allem die drei kleinen Brüder von Merida sorgen, die nur Unsinn in ihren rothaarigen Köpfen haben.

Die Story von der aufmüpfigen Königstochter, die erst durch einen Riesenfehler zu sich und ihren Eltern findet, besitzt durchaus ihren Reiz. Es geht um Generationskonflikte und die Probleme des Erwachsenwerdens. Das ist tricktechnisch sauber inszeniert und auch erzählerisch gut in Szene gesetzt. „Merida“ ist ebenso spannendes wie witziges Computertrickkino für die ganze Familie. Für ganz kleine Kids aber weniger geeignet.

Autor
Jo Müller
Autor
SWR3.online