Autor
Jo Müller
Müller, Jo; Foto: SWR3
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Gleich zehn Oscar-Nominierungen gab es für den neuesten Film der Coen-Brüder, von denen Kultfilme wie „No Country For Old Men“ oder „The Big Lebowski“ stammen. Ihr jüngster Film heißt „True Grit“ und gehört zu einem längst ausgestorbenen Genre, dem Western. In der Neuversion des John Wayne-Klassikers spielt Jeff Bridges die Hauptrolle. Überall wird „True Grit“ hochgelobt, unser Kinomän Jo Müller hat ihn schon gesehen.

Ich bin begeistert und finde den Film einfach klasse. Dies liegt zu einem großen Teil an der genialen Besetzung: Jeff Bridges spielt einen alten, fetten, einäugigen Provinz-Marshall mit praller Säufernase. Und Matt Damon ist als eitler, geschwätziger Texas Ranger zu erleben und läuft mit der schlimmsten Frisur des Wilden Westens herum. Die beiden versuchen, einem 14-jährigen Mädchen dabei zu helfen, den Mörder ihres Vaters zu fangen. Was die Suche erschwert: Marshall und Texas Ranger meckern ständig aneinander herum.

True Grit; Foto: dpa/picture-alliance

Er spielt den Provinz-Marshall mit praller Säufernase.

dpa/picture-alliance

Waschechter Western mit Showdown

Eine klassische Westerngeschichte also, die auch wirklich klassisch erzählt wird. Der typische schwarze, schräge und skurrile Humor, für den die Coen-Brüder bekannt sind, blitzt hier nur an wenigen Stellen auf. Die beiden Regisseure haben tatsächlich den Mut aufgebracht, einen waschechten, ernsthaften und teilweise brutalen Western zu inszenieren. Einen Western mit Charakteren, die nicht nur mit der Welt, sondern auch mit sich selbst im Streit liegen. Mit einem Schuss Sentimentalität und – ja, auch das gehört dazu – einem ordentlichen Schlussduell. Dazu gibt’s grandiose Aufnahmen und schöne, melancholische Musik. Ein toller Film – nicht nur was für Westernfans.

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Jo Müller
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SWR3.online