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SWR3-Moderator Marcus Barsch begleitet euch am Nachmittag im Büro, auf dem Weg von der Arbeit nach Hause oder auch beim Feierabendbier – im Wechsel mit Volker Janitz. Natürlich sind die Moderatoren nicht völlig alleine für die SWR3-Nachmittagsshow verantwortlich – bei der Vorbereitung hilft ihnen ein Redakteur. Heute ist das Nils Dampz.

Was macht ein Sendungsredakteur?

Erst einmal heißt es: Recherche

So gegen halb zehn beginnt für das Team der Arbeitstag. Und da heißt es erst einmal: einen Überblick verschaffen. Was passiert in der Welt, was interessiert die Menschen, was läuft in den Nachrichten? Das Team checkt Nachrichtenagenturen, klickt sich durch's Internet und diskutiert darüber, welche Themen es in die Sendung schaffen könnten.

Ideen und Vorschläge werden besprochen

Ihre Ideen und Vorschläge besprechen sie mit dem sogenannten Radio-Layouter – das ist der „Radio-Chef der Woche“. Er hat den Überblick über das, was den ganzen Tag in SWR3 passiert und koordiniert die Inhalte. Das ist wichtig, denn während die Morningshow beispielsweise schon im Feierabend ist, stecken die Kollegen von der Nachmittagsshow noch in der Vorbereitung. Der Layouter hat also einen Blick auf „das große Ganze“: Was haben wir schon gemacht, was steht noch an? Welche Themen sind für uns so wichtig, dass wir sie den ganzen Tag über weiterbegleiten? Welche Umsetzung passt zu uns, wie klingt SWR3?

In der ersten Konferenz des Tages um 10 Uhr überlegt der Layouter deshalb gemeinsam mit Moderator und Sendungsredakteur, wie die Sendung am Nachmittag aussehen soll.

Was ist wichtig für die SWR3-Nachmittagsshow?

Layouter Gregor Glöckner fasst zusammen: Die SWR3 Nachmittagsshow ist ein Mix aus eigenen Themen und Ideen, den wichtigsten Nachrichten des Tages und auch Weiterentwicklungen von Geschichten, die bereits im Programm waren, wo es aber Neues zu berichten gibt. Wichtig dabei: Die Einordnung. Wir erzählen nicht nur, was in der Welt passiert, sondern wir versuchen es einzuordnen und dem Hörer damit ein wichtiges bisschen mehr zu geben als das, was er selbst googeln kann.

Ganz wichtig: Die kreative Mittagspause

Natürlich gibt's oft auch die Möglichkeit, vor der Sendung noch eine Mittagspause zu machen und zusammen in die SWR-Kantine zu laufen. Die liegt auf dem SWR-Gelände unten am Berg, der Hörfunk ist oben – der kleine Fußmarsch ist für viele also auch eine Möglichkeit, sich ein bisschen zu bewegen und einen freien Kopf zu kriegen.

Im Gespräch entstehen dann auch für die Nachmittagsshow oft die besten Ideen, die es auch ins Radio schaffen. So war es zum Beispiel auch beim SWR3-Rettungsgassen-Song.

Endspurt in der Sendungsvorbereitung


Zurück aus der Kantine, Vollgas: Alle Themen, die es in die Show geschafft haben, werden jetzt intensiv vorbereitet. Das Team sucht Gesprächspartner, macht Termine für Interviews aus und zeichnet manche Gespräche schon vor der Sendung auf. Das kann ganz unterschiedliche Gründe haben. Oft ist es so, dass die Gesprächspartner nicht den ganzen Tag Zeit haben. So ein Gespräch mit einem Politiker zeichnet man vielleicht lieber sofort auf – in zwanzig Minuten ist der ja schon wieder in der nächsten Besprechung.

Andere Leute sind es nicht gewohnt, im Radio zu sprechen und fühlen sich nicht wohl, wenn sie wissen, dass sie live im Radio reden sollen und dann wirklich alles ganz genau so sofort gesendet wird. Auch da bieten wir gerne an, ein Gespräch ganz in Ruhe aufzuzeichnen, so dass wir gerade Privatpersonen oder Hörer besser schützen können. Denn: Wenn wir Interviews kurz vor der Sendung aufzeichnen, dann können wir ganz genau kontrollieren, was ins Radio kommt und was nicht und sorgen dafür, dass kein Stottern gesendet wird oder ein Blackout.

Aufgezeichnete Interviews – so sieht das dann im Studio aus

Zwischen dem Aufzeichnen eines Interviews und dem „Abfahren der Töne“ im Studio liegen aber natürlich noch ein paar Arbeitsschritte.

Wichtig: Qualitätskontrolle!

Wenn das Interview geführt ist, wird es noch geschnitten und bearbeitet. Und wenn es fertig ist, dann kommt es noch einmal in den finalen Qualitätscheck: Dabei ist das sogenannte Vier-Ohren-Prinzip bei SWR3 ganz wichtig. Das heißt: Alles wird immer von Moderator und Redakteur angehört. Beide gucken nochmal mit kritischen Blick auf den Beitrag, um mögliche Fehler rauszusuchen und nochmal zu prüfen: Stimmt das so, klingt das rund, entspricht das dem, was wir von uns und von gutem Radio erwarten? Diesen Check gibt es für alles, was bei uns im Radio läuft. Das macht natürlich ganz schön viel Arbeit im Vorfeld, ist für uns aber ein wichtiger Bestandteil der Arbeit.

Marcus Barsch; Foto: SWR3

Mit Marcus Barsch So entsteht die SWR3-Nachmittagsshow

Dauer

Und das war's ja noch nicht: SWR3 ist ja nicht nur Radio, sondern auch Internet. Deshalb besprechen die Sendungsteams vom Radio ihre Themen auch mit den SWR3-Onlinern. Gemeinsam überlegen wir, wie wir Themen im Internet umsetzen wollen – was wollen wir gerne auf die Website setzen, haben wir noch Zusatzinfos zum Radiobeitrag, oder können wir aus einem Interview-Zitat ein gutes Meme für unsere Facebookseite bauen?

So kommt das Radio ins Internet

Und jetzt ran an die Sendeplanung!

Was alles so cool und kreativ klingt, muss natürlich auch seine Ordnung bekommen: Alle Themen kommen jetzt in die sogenannten Sendeplanung. Die legt fest, was wann in der Show passiert, in welcher Reihenfolge welche Beiträge laufen und wo die Musik dazwischen liegt. Die Moderatoren haben aber natürlich auch eigene Serien, sogenannte Rubriken, die sie durch die Sendungen ziehen. Am Ende der Nachmittagsshow läuft heute zum Beispiel die Barsch’sche Filosofie.

So ist die Filosofie entstanden

Am Mikrofon... der Bekloppte und seine Filosofie

Wenn ihr die Filosofie im Radio hört, denn fragt ihr euch vielleicht manchmal: Hat der Typ eigentlich noch alle Latten am Zaun? Wie verrückt muss man sein, um auf so Zeug zu kommen? Die Antworten darauf müssen wir euch gar nicht geben, den Grad des Wahnsinns versteht ihr sicher schon bei einem kleinen Blick ins Radiostudio, während Marcus Barsch seine Filosofie sendet...

Schickt uns eure Filosofie!

Ihr habt auch eine kleine Absurdität entdeckt, eine neue Filosofie für Marcus Barsch? Dann schickt uns euren Hirnverdreher und ihr hört ihn vielleicht schon bald im Radio.