Täglich Pop – Stories rund um eure Stars für jeden Tag. Was geschah am 26.10.? SWR3-Musikredakteur Matthias Kugler hat die Geschichten für euch. Um „Täglich Pop“ für einen anderen Tag aufzurufen, klicke einfach den entsprechenden Tag im Kalender an.

21.7.1990 - Roger Waters führt die Rock-Oper „The Wall“ an der Berliner Mauer auf

Roger Waters - The Wall; Foto: Mercury - Universal
Mercury - Universal

Roger Waters führt das Pink Floyd Konzept-Album „The Wall“ vor über 250.000 Fans an der Berliner Mauer auf, über 300 Mio. Zuschauer verfolgen das Spektakel weltweit im Fernsehen. Knapp ein Jahr nach der Öffnung der Grenze zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR setzt der ehemalige Pink Floyd-Bassist auf dem Potsdamer Platz ein spektakuläres Ausrufezeichen zum Ende des Kalten Krieges!„Das war ein außerordentliches Konzert. Ich erinnere mich immer noch wie ich auf der Bühne stand und diese unglaubliche Menschenmenge vor mir gesehen habe. Wir hatten dann auch einige technische Probleme, zweimal fiel auf der Bühne der Strom aus, aber insgesamt war das ein denkwürdiger Abend.“ Unterstützt wird der ehemalige Pink Floyd-Bassist bei seinem Konzert von zahlreichen prominenten Musikern wie den Scorpions, Bryan Adams, Sinéad O’Connor, den Hooters, Paul Carrack, Van Morrison oder Cyndi Lauper. Neben dem musikalischen Staraufgebot beeindruckt auch die riesige Bühne. Die Mauer auf der Bühne hat schließlich eine Länge von 50 mal 300 Metern. Die Figur des Schulmeisters ist 30 Meter hoch, dazu schwebt ein riesiges aufblasbares Schwein über den Köpfen des Publikums. Die echte Mauer wird aus Kostengründen teilweise als Begrenzung des Konzertareals genutzt, erinnert sich Roger Waters: „Ein Ereignis war sehr besonders. Es gab backstage eine Party, die an der Mauer gefeiert wurde. Einige Leute aus Ostdeutschland, die als Bühnentechniker gearbeitet hatten, begannen dann die Mauer teilweise einzureißen. Sie riefen dann noch ‚No more Wars‘ – ‚Nie mehr Krieg‘! Das war für mich ein sehr symbolischer Moment." Ende 2010 geht Roger Waters wieder mit „The Wall“ auf Welttournee. Das Thema der Rock-Oper ist auf viele Situationen übertragbar und hat für ihn bis heute nichts von seiner Brisanz verloren. „In den USA, in England, Westafrika und Lateinamerika gibt es diese Mauer zwischen Arm und Reich. Die Differenz der Einkommen der 20 Prozent Reichsten und der 20 Prozent Ärmsten in der Bevölkerung ist einfach enorm groß.“

21.7.2001 - Robbie Williams mit Doppel-A-Seite auf Platz 1

Robbie Williams: Eternity - The Road To Mandalay; Foto: Chrysalis
Chrysalis

Robbie Williams steht mit der Doppel-A-Seite „Eternity/The Road To Mandalay“ auf Platz 1 der englischen Charts. Robbie hat gerade sein drittes Nummer-1-Album „Sing When You’re Winning“ veröffentlicht, das ihm bereits vier Hit-Singles einbrachte: „Rock DJ“, „Kids“, „Supreme“ und „Let Love Be Your Energy“. Als fünfte Auskopplung entscheidet sich Robbie Williams  für die Folk-Ballade „The Road To Mandalay“. Die Plattenfirma macht daraus dann eine Doppel-A-Seite und packt „Eternity“ mit auf die Single, ein Titel, der nicht auf dem „Sing When You’re Winning“ Album enthalten ist. Für Robbie ist „Eternity“ aber ein völlig uninteressanter Song, wie er später berichtet. „Ich singe den Titel nie wieder, es sei denn, ich könnte damit einem Freund das Leben retten oder ein Scheich würde mir eine Million anbieten. Aber sonst nicht.“ Trotzdem steht am 21. Juli 2001 die Single für zwei Wochen auf Platz 1; für Robbie Williams ist es der vierte Nummer-1-Erfolg in den englischen Singlecharts.

21.7.1998 - Eagle-Eye Cherry veröffentlicht sein Debüt

Eagle-Eye Cherry veröffentlicht sein Debüt; Foto: SWR3.de
SWR3.de

Eagle-Eye Cherry veröffentlicht in den USA sein Debütalbum „Desireless”. Ein Jahr zuvor ist „Desireless“ schon in Schweden erschienen, der Heimat von Eagle-Eye Cherry und seiner großen Schwester Neneh Cherry. Eigentlich ist Familie Cherry schon 1985 von Schweden nach New York gezogen, hauptsächlich wegen Vater Don Cherry, einem berühmten Jazz Trompeter. Eagle-Eye Cherry hat in New York zunächst Schauspiel studiert und in einigen Werbespots mitgewirkt. Er erhält sogar eine Gastrolle in der berühmten „Cosby Show“, in der fast ausschließlich dunkelhäutige Schauspieler dabei sind. Nebenher spielt Eagle-Eye aus Spaß Schlagzeug in diversen Bands und entdeckt dabei langsam das Songschreiben für sich. Als sein Vater Don 1995 stirbt, zieht es Eagle-Eye Cherry wieder zurück nach Schweden. Drei Jahre später wird die erste Singleauskopplung aus „Desireless“ „Save Tonight“ weltweit ein Top 10-Hit. 1998 ist Eagle-Eye Cherry auch einer der großen Stars beim SWR3 New Pop Festival.