Vor 20 Jahren starb Falco bei einem Autounfall. Bei seinen Fans hat er sich durch seine erfolgreiche und verdammt schräge Karriere unsterblich gemacht.

Ein Österreicher auf Platz 1

Falco; Foto: dpa/picture-alliance
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Es war nichts anderes als eine Sensation. Ende März 1986 stand erstmals ein Österreicher auf Platz 1 der amerikanischen Single-Charts. Der Siegeszug von „Rock Me Amadeus“ (produziert von dem holländischen Brüderpaar“ Rob und Ferdie Bolland) dauerte insgesamt fast ein Jahr, vom Sommer 1985 bis Frühjahr 1986. „Rock Me Amadeus“ machte Falco zum Weltstar und war außer in den USA auch noch Platz 1 in Deutschland, in Österreich, in der Schweiz, England, Kanada, Japan, Frankreich, Russland und Spanien. Falcos damaliger Manager Hans Mahr erinnert sich: „Wir haben uns alle gefreut und haben 'Champagner her! gerufen' – gab's keinen, Sekt hat's auch getan, der einzige der traurig war, und immer trauriger wurde war der Hans. Und i sag Hans, was ist? freu di, freu di... und der Hans: 'I kann mi da net freuen. Das werd ich nimmer schaffen. Nämlich: noch einmal schaffen.' Er hat sich also daran gemessen, hat gemeint, das war der Höhepunkt, und sein ganzes Leben wird er jetzt kämpfen um das noch einmal zu Wege zu bringen.“

Falco selbst meinte dazu: „Ich muss dir sagen, ich war goa net guat drauf, als ich hörte ich war Nummer Eins in Amerika. Weil ich wusste, was das für eine Belastung ist, und ich habe fast fünf Jahre gebraucht, um die irgendwie einigermaßen loszuwerden. Die kommt natürlich immer wieder so zurück, so hinterfotzig a bißl, Na was is jetzt ka Numma Ans mehr in Amerika Oida? – Und ich: Ja, um des geht’s eigentlich nimmer.“

Falco: ein blasierter Pop-Dandy

Der Kommissar; Foto: dpa/picture-alliance
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Johann „Hansi Hölzl“ wird 1957 in Wien geboren und wächst nach der Trennung seiner Eltern bei seiner Mutter und Großmutter auf. Mit 16 Jahren verlässt er die Schule, schlägt sich mit verschiedenen Gelegenheitsjobs durchs Leben, lernt Bass und spielt in verschiedenen Bands und Projekten (Umspannwerk, Spinning Wheel, Hallucination Company, Drahdiwaberl). 1978 wird aus Hansi Hölzel Falco. Sein Stil: nach hinten frisierte Haare, weißer Anzug und Sonnenbrille, ein Pop-Dandy, ein bisschen überheblich und blasiert, aber unheimlich cool. „Ich möchte immer, dass sie sagen, was ist er, was tut er, was macht er, aha!, interessant. Skandal! Schlagzeile! Skandal!! Etcetera! Das ist gut, das ist Showbiz.“

Sein Comeback erlebt Falco nicht mehr

Falco; Foto: dpa/picture-alliance
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Mit Falcos erster Single „Der Kommissar“ gelingt ihm 1982 schließlich auch der kommerzielle Durchbruch, der Song verkauft sich weltweit über sieben Millionen mal. Er war der erste deutschsprachige Künstler, der mit Sprechgesang international Erfolg hatte. Es folgen Hits wie „Vienna Calling“, der Skandal-Song „Jeanny“ und „Wiener Blut“. Ende der 80er hat Falco mit privaten Problemen zu kämpfen, seine Ehe geht in die Brüche, er trinkt zuviel. 1995 gelingt ihm mit der Single „Mutter, der Mann mit dem Koks ist da“, die er unter dem Pseudonym T’MA veröffentlicht, wieder ein Hit. 1996 zieht Falco in die Dominikanische Republik. Sein Comeback wird er nicht mehr erleben. Am 6. Februar 1998 stirbt er bei einem Autounfall. Zur Beerdigung auf dem Wiener Zentralfriedhof kommen mehr als 10.000 Menschen. Nur wenige Wochen vor seinem Tod beendet er die Produktion seines letzten Albums, an dem er zwei Jahre lang gearbeitet hatte. Es wird posthum im Februar 1998 als „Out Of The Dark" veröffentlicht. In Deutschland und Österreich verkauft sich das Album und die Single zusammen mehr als fünf Millionen Mal.