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Mit „Continuum“ gelingt John Mayer sein mit Abstand bestes Album bisher. Mit seinem Mut, sich musikalisch auf's Wesentliche zu konzentrieren, hat er alles richtig gemacht. Auf jeden Fall das erste klasse Album 2007.

Es klingt verlockend: nach zwei Erfolgsalben, wie sie John Mayer mit „Room For Squares“ und „Heavier Things“ hat, könnte der Mann doch einfach ein drittes nachschieben, das so ähnlich klingt die zwei davor und alles wird gut. Verlockend vielleicht, aber nicht das Richtige für John Mayer, der sich mit „Continuum“ ganz besonders hohe Ziele gesetzt hat. Um die zu erreichen, hat er die Rolle des Produzenten bei den Aufnahmen gleich mit übernommen. Das heißt auch: die Songs so umsetzen, wie er sie gerne am liebsten hört. Beim Ergebnis zeigt sich dann, dass Mayer selbst einen verdammt coolen Musikgeschmack haben muss. Neben seiner melancholischen, nie so ganz ausgeschlafenen Stimme, hat er dabei ganz bewusst auf gute alte Werte der Pop/Rock-Musik gesetzt.

Das erste klasse Album 2007

Bei der reduzierten Soundkulisse fällt vor allem das stark bluesgetränkte Gitarrenspiel auf, das Mayer perfekt drauf hat. Damit gewinnen die Songs eine gewisse Leichtigkeit, die vor allem Balladen wie „Slow Dancing in A Burning Room“ oder „Gravity“ das gewisse Etwas geben. Mit dem offensichtlich neuen musikalischen Selbstverständnis wagt sich Mayer sogar an den Hendrix-Klassiker „Bold As Love“ ran. He, und wer sich dann fragt, ob Hendrix himself das Solo gespielt hat, hat ungefähr verstanden, dass Mayer es wirklich ernst meint. Schön, dass er in der Lage ist, seinen neuen Horizont auf „Continuum“ so spielerisch umzusetzen. Ist doch super: das erste klasse Album für 2007 gibt’s schon im Januar!