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KT Tunstall will authentisch rüberkommen, was ihr mit dem Hit „Black Horse And The Cherry Tree“ schon gelungen ist. Jetzt gibt es das sehr starke gleichnamige Album!

Es klingt schon fast ein wenig ärgerlich, wenn KT Tunstall aufzählt: „Katie Melua hat gerade mal an zwei Songs mitgeschrieben, Joss Stone ging sogar mit einem ganzen Cover-Album an den Start.“ Nein mit den anderen Talenten will die 28jährige Gitarristin von der schottischen Ostküste, die Billie Holiday, Johnny Cash oder Ella Fitzgerald zu ihren Vorbildern zählt, gar nicht verglichen werden. „Ich schreibe meine Songs schließlich selbst.“ Doch ganz auf prominente Hilfe kann auch die attraktive Sängerin nicht verzichten. Produzent Steve Osborne (U2, New Order, Happy Mondays) lenkte die Songideen der jungen Künstlerin in die richtigen Bahnen, quartierte sie bei sich zu Hause ein und ging mit ihr in ein kleines Tonstudio in der Nähe.

KT lässt sich immer etwas einfallen

Tunstall, KT 1; Foto: SWR3.de

KT Tunstall

SWR3.de

„Wir haben mein Album in einem knorrigen kleinen Studio mitten in den Wäldern von Wiltshire aufgenommen. Die Situation war unglaublich rau. Ich wollte nicht zu viel Technik ins Studio nehmen. Interessante Musik entsteht immer dann, wenn man sich etwas einfallen lassen muss“, findet KT. Auch beim Albumtitel ließ sich die Musikerin etwas einfallen: „Mein Vater ist Physiker. Als wir noch klein waren, hat er meinen Bruder und mich häufig mit in sein Labor genommen. Und da mein Vater auch die Schlüssel für die Universitätssternwarte von St. Andrews besaß, hat er uns manchmal mitten in der Nacht geweckt, um uns z.B. den Halleyschen Kometen zu zeigen. Das ist auch der Grund, warum mein Album 'Eye To The Telescope' heißt."

Die raue Mischung kommt an

KT Tunstall will authentisch sein und orientiert sich stilistisch eher an den klassischen Singer/Songwriterinnen Rikki Lee Jones oder Carole King. Der Physikertochter gelingt bei ihrem mit kleiner Besetzung aufgenommenen Debütalbum „Eye To The Telescope“ ein Stil-Mix aus Pop, Rock, Blues und Jazz. Optimistischen Klängen wie in der ersten Single „Black Horse And The Cherry Tree“ setzt sie mit den wunderschönen Balladen „Silent Sea“ oder „Through The Dark“ eine Menge Melancholie dagegen und das ganz bewusst: „Auch wenn mein Album insgesamt positiv klingt, gibt es doch eine Menge Dinge, die unter der Oberfläche lauern.“ Die erdige, eher raue Mischung kommt an. In Großbritannien hat die CD bereits Goldstatus erreicht und am 25. Juni 2005 steht KT Tunstall schon beim großen Glastonbury Festival auf der Bühne.