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Phil Collins hat Soul-Hits neu eingetrommelt und sich so einen Kindheitstraum erfüllt. Mit dabei: original Motown-Künstler. Musikmän Dirk Scherer vergleicht alt und neu!

Peter Gabriel, Rod Stewart und jetzt auch Phil Collins: Die alten Herren covern lieber alte Motten als neue Songs zu schreiben. Phil Collins hat den Soundtrack seiner Kindheit neu eingespielt: Soul-Klassiker der Motown-Ära. Man kann sich streiten, ob diese Cover jetzt jemand braucht, denn Phil Collins kopiert die Originale 1:1 und interpretiert die Lieder leider nicht neu. Sie klingen etwas voller als die Originale und frischer produziert.

Hier für euch im Vergleich Phil Collins vs. Original:

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    Audio Phil Collins - "Papa Was A Rolling Stone"

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    Audio The Temptations - "Papa Was A Rolling Stone"

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    Audio Phil Collins - "Loving You Is Sweeter Than Ever"

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    Audio The Four Tops - "Loving You Is Sweeter Than Ever"

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Phil Collins; Foto: Warner

Phil Collins

Warner

Amy Winehouse oder Duffy kopieren auch den alten 60er-Jahre-Sound und stehen dennoch für modernen Soul. Warum also Herrn Collins daraus einen Strick drehen, dass er das Rad hier nicht neu erfindet? PC, wie er auch kurz genannt wird, tritt auch gesanglich in sehr große Fußstapfen des Soul: Stevie Wonder, Smokey Robinson, Carole King oder Curtis Mayfield. Collins' erste Hit-Single „Heatwave“ wurde im Original von Martha & The Vandellas gesungen. Ja, es gelingt ihm, den Sound von vor 40 Jahren wieder zu kreieren, aber ihm fehlt es an Soul in der Stimme, er klingt zu weich und glatt. So drückt er aber mit seiner Art jedem Song doch seinen Stempel auf und erschafft dadurch Pop-Soul. Wilson Pickett, Sam Cooke oder Otis Redding aber bleiben unerreicht.

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    Audio Phil Collins - "Standing In The Shadows Of Love"

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    Audio Phil Collins - "(Love Is Like A) Heatwave"

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    Audio Phil Collins - "Blame It On The Sun"

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    Audio Phil Collins - "Jimmy Mack"

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    Audio Phil Collins - "Uptight (Everything's Alright)"

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Collins mit dem Auge fürs Detail

Phil Collins; Foto: Warner

Phil Collins

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Was wirklich toll ist und ein Schmankerl für alle Soulfans: Phil Collins hat die letzten lebenden Musiker der Originalband des Motown-Labels für seine Session gewinnen können: die legendären Funkbrothers! Bob Babbitt (Bass), Eddie „Chank“ Willis (Gitarre) und Ray Monette (Gitarre) waren Teil der Studio-Session-Band in den Jahren 1959 und 1972. Dabei haben die Funkbrothers mehr No.1-Hits eingespielt als die Beatles, Rolling Stones und Elvis zusammen. Phil Collins verneigt sich so nicht nur vor den Musikern hinter den Hits, sondern rückt auch nochmal die Menschen Babbitt, Willis und Monette ins Rampenlicht (über die Geschichte der Funkbrothers erschien übrigens 2002 ein sehr lohnenswerter Film „Standing In The Shadows Of Motown“).

Fazit: Collins-Fans bekommen ein tolles Soulalbum mit der markanten Stimme von Phil. Alle, die zum ersten Mal die Motown-Hits hören, bekommen hoffentlich Lust, nach und nach auch die Originale für sich zu entdecken.