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Mit ihrem neuen Album könnte Rosenstolz der große Durchbruch gelingen. Denn neben der ersten Single „Ich bin ich (wir sind wir)“ gibt es noch eine ganze Ansammlung potentieller Hit.

Vor fünf Jahren knackten Rosenstolz mit „Es könnt’ ein Anfang sein“ zum ersten Mal die Top 10 der Single-Charts, 2004 folgte dann mit „Liebe ist alles“ ein weiterer großer Hit, der Durchbruch vom Szene-Tipp ins breite Rampenlicht war gelungen und das Duo trat live vor großem Publikum auf. Mit dem aktuellen Hit „Ich bin ich (wir sind wir)“ bleiben AnNa Rosenbaum und Peter Plate weiter auf Erfolgskurs und auch die CD „Das große Leben“ verspricht noch einiges mehr. Das Popduo hat sich für die Texte auf der neuen Produktion besonders viel Zeit genommen: „Ich glaube, das ist unser privatestes Album. Denn im vergangenen Jahr konnten wir zu uns selbst zurückfinden und dann mit den neuen Liedern das erste Mal formulieren, was so wichtig ist und doch so schwer fällt – zu sagen: ich liebe mich selbst. Mit allen Zweifeln,“ erzählt Plate.

Sehr melancholisches Popalbum

Rosenstolz 1; Foto: SWR3.de

Rosenstolz

SWR3.de

Rosenstolz hätten eigentlich glücklich sein können, mit den Erfolgen im Rücken. Aber: „plötzlich fühlten wir uns ganz nackt, klein und unendlich verletzlich.“ Das große Leben funktioniert eben nicht reibungslos. Rosenstolz bekennen sich dazu in „Anders als geplant“, einer sehr emotionalen Ballade und einer der Höhepunkte auf der CD. Rosenstolz betreiben Seelen-Striptease, versüßt durch sehr eingängige Melodien wie in „Ich geh’ in Flammen auf“ oder „Ich bin verändert“. Immer wieder auffällig sind die fließenden Keyboards, die die meisten Songs prägen. Zwischendurch („Bester Feind“) rockt das Duo in NDW-Manier auch mal ab, kehrt aber direkt danach mit der wunderschönen Ballade „Ich habe genauso Angst wie Du“ in die selbstgewählte Nachdenklichkeit zurück. Mit dem anschließenden Pop-Ohrwurm „Aus Liebe wollt’ ich alles wissen“ präsentieren Rosenstolz einen weiteren potentiellen Hit. „Das große Leben“ ist ein hochkarätiges Popalbum, mir eine Spur zu melancholisch – aber so ist Deutschland eben.