Ich wollte nach Norden,
die Ventura hoch.
Habs Dach aufgemacht und die ganze Zeit zu dir geredet.
Ich hab genau gewusst, dass die Sache auf lebenslänglich rausläuft.
Auch wenn ich nie geglaubt habe, dass wir das schaffen.

Du hattest mir was gesagt, an dem Tag auf der 101.
Hat mich ziemlich fertig gemacht.
Auch wenn ich versucht habe, das zu überspielen,
indem ich dir ’ne Wette angeboten hab über uns.
Du hast gesagt, dass du sie annimmst, wenn ich das auch kann.
Das werd ich nicht los.
Und es macht mich traurig. Dieser Tag macht mich traurig.
So wie es einen traurig macht,
wenn man ein gutes Buch gelesen hat und sich dann nicht mehr an den Inhalt erinnern kann.
Dieses Buch, das war mein Märchen mit dir.

Ich fühl mich immer noch neben dir.
So wie ich dich damals neben dir gesehen habe.
Und du dich neben mir.
Bis du mich irgendwo auf halbem Weg und offener Straße hast stehen lassen.
Das Schöne war irgendwann zu wenig geworden.
Um an dich ranzukommen,
um dein Wort anzunehmen,
musste ich es mir stehlen von dir.

Ich hab mir diesen Tag auf der Fahrt nach Norden genommen.
War ein schöner Tag und eine schöne Fahrt im offenen Auto.
Einer von denen, an denen man den Himmel schmecken kann,
den Sommer fühlen kann.
Wusste nicht, wann wir zurückkommen würden. Oder ob überhaupt.
Ich hätte damals nie gelaubt, dass wir so enden würden.
Ich glaubs immer noch nicht.

Autor
SWR3.Online