Porzellan.
Wir sind wie Porzellan.
Seit wir nach New York unterwegs sind,
kann ich die Distanz zwischen uns beiden fühlen.
Beinahe greifen.
So, als ob sie immer näher kommt.
Du sitzt neben mir,
aber ich bräuchte ein Flugzeug,
um an Dich dran zu kommen.
Sogar Dein Atem kommt aus der Entfernung.
Manchmal glaub ich,
Du möchtest, daß ich Dich anfasse.
Aber das kann ich nicht,
solange Du diese Mauer um Dich hochziehst.
In Deinen Augen hab ich früher mal eine Zukunft gesehen.
Jetzt schauen sie nur noch weg.

Ich sag’s noch mal:
wir sind wie Porzellan.
Macht den Tisch schön,
und die Sprünge sieht man nicht.
Gib mir noch nen Schluck Wein bitte.
Du sprichst von einem gemeinsamen Urlaub.
Aber wir werden uns nicht einmal über das Ziel einig.

Du bist meilenweit weg.
Mexico oder sonst wo.
Ich hoffe, Du kannst mich hören.

Komisch, wie die Distanz lernt,
von selbst zu wachsen.

Autor
SWR3.Online