Stand:

Um dir die Mühe zu machen.
Um dranzubleiben und es noch mal und noch mal zu versuchen.
Und dafür hast du dich durch den ganzen Schutt eines kranken Hirns gewühlt?

Sag mal, warum heulst du jetzt eigentlich?
Weil du Tränen lachst über dich selber?
Oder aus Gram über dich?
Oder weil du dich erwischt fühlst, wie’n Dieb?

Du hast geglaubt, dass du angekommen wärst.
Dass du sie gut unter Kontrolle hättest.
Nur waren da die paar Seiten gleich an ihr, die du nie kapiert hast.

Wie willst du jetzt eigentlich dieses Versprechen halten,
dass du dir mal gegeben hast?
Nie irgendwas zu bereuen,
immer mit dem klarzukommen, was das Schicksal dir gibt?

Damals hast du es nicht wissen wollen, heute weißt es sogar du:
Dass du sie gleich hättest gehen lassen sollen,
wie sie angefangen hat zu lügen.

Und jetzt lernst du erst mal überhaupt drüber zu reden,
dich überhaupt dreinzufügen.
Das ist so, als ob du das Gehen noch mal lernen müsstest.

Also, wem gibst du das nächste Mal deine Liebe:
Der Frau, nach der sich alle umdrehen,
oder der Frau, an der du dich orientieren kannst –
an ihrem Lächeln, ihren Augen, daran, wie sie den einen Schritt zusätzlich macht.
Die Liebe, die du dir von der ganzen Sache erhofft hast,
die wartet immer noch auf dich.
Irgendwo da draußen.
Und irgendwann findest du sie auch.

Dein Verbrechen war nicht, dass du sie geliebt hast.
Aber ohne sie leben lernen, das wird Zeit brauchen.
Du hattest dich verknallt, und als nächstes hast du alles aufgegeben,
was dich ausgemacht hat.
Und während du sie geliebt hast, warst du blind dafür,
dass das Leben ohne sie deine Freiheit bedeutet.

Autor
SWR3