Stand:

Zuerst war da nur die Angst.
Diese Angst, die dich versteinert.
Und dann der Gedanke, dass ich ohne
dich einfach nicht leben kann.
Und der kam jede Nacht. Viele Nächte.
Und dazu das Nachgrübeln über
das Wie und das Warum.
Und das hat mich stark gemacht.
Hat mir einen Weg gezeigt.
Meinen Weg.
Und jetzt tauchst du wieder auf.
Schneist einfach hier rein, Stippvisite
aus dem Weltall -
ich komm hier rein, du sitzt da und glotzt
mich an.
Ich hätte das Schloss auswechseln
lassen,
oder dir den Schlüssel weggenommen,
wenn ich geahnt hätte, dass du
dich hier noch mal reintraust.

Es hat mich verflucht viel gekostet, nicht
draufzugehen damals.
Und ich knabbere immer noch dran rum.
Ich hab zu viele Nächte mit Selbstmitleid
durchgebracht.
Ja, und ich habe geweint.
Aber ich weine nicht mehr.
Kuck’ mich an. Ich hab jemand Neues.
Ich bin nicht mehr der Volldepp, der mal
in dich verknallt war.
Und du hast dir einfach gedacht, ich komm
mal vorbei und kucke, ob er noch frei ist !?
Bin ich aber nicht mehr, ich bin jetzt für
jemanden da, der für mich da ist.

Also verpiss’ dich. Da ist die Tür.
Geh. Geh jetzt! Du bist hier nicht mehr willkommen.
Das warst doch du, der versucht hat, mich über die Sehnsuchtsschiene zu zerstören?!
Hast du geglaubt, das zieht?
Hast du geglaubt, du kriegst mich kaputt,
auf den Boden, tot?
Neh, mich nicht.
Solange ich noch sowas wie Liebe im Leib hab’, hab’ ich was zu leben.
Ich habe noch mein ganzes Leben vor mir,
weil ich was zu geben habe.
Ich werd’ überleben.

Autor
SWR3

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