Stand:

Maria hat dieses Kind gekriegt, ohne Mann.
Josef versteht das nicht.
Dann kommt auch noch dieser Engel an und sagt:
’Das war Gott, und Du gehörst zu seinem Plan.’
Josef geht zu Maria, ziemlich verlegen und sagt:
’Tut mir leid, aber ich hab geglaubt, Du hättest was
mit einem anderen.’
Sagt Maria:
’Und wenn schon. Hab ich aber nicht.
Rat mal, was grad war! Es hat sich bewegt.’
So ein kleiner Kieselstein, wenn man den ins Wasser wirft,
dann zieht er Kreise.


Und der erste Schrei von diesem Kind, das war so ein Kieselstein.

Das Kind kommt also zur Welt, grade zur rechten Zeit.
Dann kommen diese drei Weisen an, weil sie ein Zeichen gesehen
haben.
Wollten dem kleinen König ihre Aufwartung machen.
Beinahe hätten die noch alles zerstört, denn da war
noch dieser große König.


Herodes, total paranoid.
Wie der hört, daß es da noch einen König gibt,

schickt der gleich seine Todesschwadronen los.
Sie sollen alle männlichen Kinder unter zwei umbringen.

Da kommt wieder dieser Engel an und steckt Josef und Maria die
Sache.
Die kommen grade noch rechtzeitig über die Grenze und sind
erstmal raus.


Es gibt aber auch noch andere, die diese Geburt spitzgekriegt
haben.
Ganz einfache Leute,
denn das Christkind ist damals nicht in die Paläste gekommen,

sondern auf die Straße, unters Volk halt:
Hirten, Arbeiter, Nutten, Penner.


Und wenn Du die Ohren aufsperrst, ist die Message klar:
damals ist alles vergeben worden - Schuld, Angst, alles.
Das ist ein Weihnachtsgeschenk, das Dich nix kostet:
Die Zukunft, die in den Augen von diesem Kind liegt.
Wenn Du einen Kieselstein ins Wasser schmeißt, dann zieht
der Kreise.
Und der erste Schrei von diesem Kind, das war unser Kieselstein.




Autor
SWR3