Stand:

Also, sie ist mehr so verspielt.
Meine Freundin. Also, die die noch in mir wohnt.
Mehr verspielt, wie gesagt.
Gut zum Rumalbern, zum Lachen, zum Witze reißen.
Kann aber nix sehen. Arme Wanda. Blind seit ihrem dritten Geburtstag.
Ging ihr ziemlich mies damals, drum hab’ ich sie auch als
Zweitpersönlichkeit aufgenommen.
Und gestern hat sich Wanda verabschiedet.
Hat gesagt, dass sie jetzt auszieht und in die Stadt geht.
Da will sie sich dann die Brüste operieren lassen und ein pinkes Kleid
kaufen.
Ist okay.
Sie ist weg, und sie kommt auch nicht wieder.
Aber das ist okay. Und ich werde auch nicht um sie trauern.
Und Jeff kam dann einen Tag nach Wanda. Stocktaub der Kerl.
Ich hab ihn in einem Restaurant aufgegabelt, wo er sich mit dem Kellner
rumgezankt hat.
Er war gefrustet, war kaputt und hatte ’ne chronische Verstopfung.
Also alles, was ich nicht leiden kann.
Und dann kam er auch noch mit so komischen Meldungen an, wie:
’Dieses Hirn ist zu klein für uns beide. Pack deine Gedanken, deine Launen
und deine miese Stimme ein und verschwinde. Wenn du dich beeilst,
erwischst du den nächsten Bus noch.’
Hab’ ihn rausgeschmissen. Und die sechzehn anderen auch. Keine Ahnung,
wo die jetzt sind.

Seit neuestem wohnt Brenda Bean in mir.
Die kam auf die Welt, wie ihre Mutter Superman gekuckt hat.
Deswegen hat sie auch immer ein Cape an, wenn’s Probleme gibt.
Und dann rettet sie mein Leben. Seitdem hab’ ich auch keine Angst mehr.
Weil Brenda Bean mich rettet. Immer, überall, aus jedem Mist.

Und irgendwann kommst du dann auch noch mal wieder an. Du wirst nur
nicht wissen, wo wir gerade sind. Ich, meine anderen Ichs, meine Realität
und meine Super-Sonic-Persönlichkeit.
Ätsch.

Autor
SWR3