Stand:

Dieses Land wird heute seinen letzten Atemzug tun.
Und damit wird der letzte, schwache Mahner eines einstmals großen Traumes
eingesaugt werden und zurückkehren zu den Wurzeln
aus denen diese Welt entstand.
Und ich, der ich mit meinen Menschenaugen wenig oder gar nichts sehe,
ich, der ich dem Leben in nichts mehr gleiche,
stehe hier, wo die Zeit ihre Marke gesetzt hat.
Die Mühle Mensch mahlt, und die Uhr schlägt dem Räderwerk den Takt.
Die Räder drehen sich, bis das Licht wieder auf mein Gesicht fällt.

Heute ist nicht die Zeit, um über die kleinen Erfolge unserer Generation zu triumphieren.
Denn sie sind nichts weiter als die blasse Spiegelung
tapferer und tölpelhafter Taten.
Und seit ich von meinem Höhenflug zurück bin,
träume ich von Dingen, die jenseits meiner fehlerhaften Natur sind:
Sicherheit und Wissen aller, auch der kleinsten Dinge.

Heute soll dieses Land meine Tränen kosten,
soll diese meine letzte Liebe, die in meinem Herzen lebt,
in seine dunkle Umarmung nehmen.
Denn so sicher, wie die Sonne scheint und brennt,
so sicher weiß ich, dass der Staub, zu dem ich werde,
der Staub ist,
in dem wir Gott seit alter Zeit erträumen.

Die Mühle Mensch mahlt weiter, und die Zeit schlägt dazu den Takt.
Die Räder drehn sich weiter, bis es wieder hell wird.

Autor
SWR3