Stand:

Meine Grundsätze waren damals ziemlich durcheinander geraten.
Und jeder vertraute und erprobte Weg war weg und verschwunden.
Die Ansätze stimmten nicht mehr.
Und irgendwann hab ich nur noch da gestanden und gezittert.
Zu genau der Zeit hat mich aber die Liebe herausgefordert trotzdem zu bleiben.
Und in genau dem Moment wusste ich, dass noch mal wegrennen nichts hilft.
Das war der eine Monat, wo ich noch bereit war, mit dir zusammen zu suchen.
Damals.

Wir hatten geglaubt, dass eine Pause sinnvoll wäre.
Und dann schwankten wir. Vier Monate lang.
Eine kurze Zeit ohne den andern. Das hätte die viel zu vielen Zweifel zerstreuen sollen.
So hatten wir uns das vorgestellt.
In der Zeit war es wieder die Liebe, die mir den Mut gemacht hat, zu warten.
In dem Moment hat sie mir die nötige Geduld gegeben.
Diesen Monat hatten wir gebraucht, um das was „Wir“ bedeutet in uns aufzusaugen.

Ich wollte für dich immer nur das, was du für dich wolltest.
Und trotzdem wollte ich uns retten, egal was kommt.
Die Zwiespältigkeit in dir habe ich ignoriert und mich darüber selbst verloren.
Es tut mir leid.

Du wusstest, dass du noch mehr Zeit brauchtest.
Zeit mit dir allein.
Zeit ohne Ablenkung.
Du wolltest fliegen. Hoch fliegen und allein fliegen.
Und dich dabei neu definieren.
Das war die Zeit, wo unsere Liebe mir den Mut gegeben hat zu gehen.
In dem Moment wurde mir klar, dass bei dir bleiben automatisch mich selbst verlassen heißt.
Dieser Monat war härter als du glaubst.
Trotzdem habe ich dich in genau dieser Zeit verlassen.

Autor
SWR3