Stand:

Seit 14 Jahren, 30 Minuten und 15 Sekunden
schleppe ich nun schon diesen Zoff zwischen uns mit mit herum.

Elf Songs habe ich darüber geschrieben und vier Tagebücher damit gefüllt.
Auch ohne ständigen Kontakt und Briefe stand diese, von Verleumdung und Erniedrigung geprägte, Missgunst stets zwischen uns!

Jedes Mittel war uns recht, sich gegenseitig zu verletzen.
Wir beide waren da sehr erfinderisch!
Keine Ahnung mehr, wer eigentlich damit angefangen hat?
Aber sind wir mal ehrlich, haben wir beide nicht die Nase voll davon?
Ohnehin wissen wir schon längst nicht mehr, wer hier Opfer oder Täter ist.

Lass uns einen Schlussstrich ziehen und diesen Teufelskreis unterbrechen.
Lange habe ich nach einem Weg aus dieser Misere gesucht.
Jetzt bin ich soweit, den ersten Schritt zu tun, um die Kluft zwischen uns zu überwinden und einen Neuanfang zu wagen.
Allzu gern möchte ich meine, ohnehin nur vorgetäuschte, Härte ablegen
und endlich so sein, wie ich in Wirklichkeit bin.
Auf die Gefahr hin, gleich wieder von dir auf’s Neue abgekanzelt zu werden.

Ich will über meinen Schatten springen, und vergeben, was wir uns gegenseitig angetan haben.

Ich fühle mich, wie ein verlassenes Haus, voll mit verstaubten Möbeln,
in das ich trotzdem gern wieder einziehen würde.
Ich muss nur die Fenster weit aufreißen und alles wieder in Ordnung bringen.
Ohne Gegenleistung! Mein Zeichen von „Good Will“!

Was hindert uns eigentlich daran, diesen Schritt auf einander zuzugehen?
Warum waren diese Versuche bisher stets zum Scheitern verurteilt?
Ich frage mich, was oder wer drückt uns eigentlich immer wieder zu Boden?

Ich glaube, wenn ich es schaffe, diesen Schicksalsstrang zu kappen,
wird sich der Schleier vor meinen Augen heben und die Last der Vergangenheit von meinen Schultern genommen.

Zugegeben, anfangs hat mir die Opferrolle gefallen.
Aber im Laufe der Zeit brachte sie mir nur Schmerz.
Schluss jetzt mit dem Selbstmitleid!
Zu lange habe ich darunter gelitten, und ich mich schon damit abgefunden,

Endlich bin ich bereit, mich über all das hinweg zu setzen,
die Barrieren von Hass und Neid zwischen uns nieder zu reißen.
Einer Zukunft willen, die ich bisher nie gekannt habe.
Dieser Weg ist unser Ziel!

Autor
SWR3