Stand:

Allein, teilnahmslos sitzt sie beim Frühstück in einem Raum, der sonst leer wäre.
Sie ist jung, konzentriert sich auf Violinen, um sich abzulenken von dem was ist.
Ihre Mutter liest irgendetwas vor, laut.
Sie versucht zu verstehen, versucht ihre Mutter stolz zu machen auf ihr Kind.
Aber in ihrem Kopf fällt ein Vorhang.
Dahinter ein Raum, ausgemalt.
Irgendwas stimmt nicht, unleugbar.
Nenn mich nicht mehr Tochter.
Das passt nicht.
Ich habe genug gesehen, und das hat sich in meiner Erinnerung festgefressen.
Laß mich in Ruhe.

Sie hält die Hand, die sie unterdrückt.
Aber nicht mehr lange.

Autor
SWR3