Stand:

Wir sind fast gleichzeitig auf die Welt gekommen, nur eine Stunde auseinander.
Und unsere Mütter haben immer gesagt, daß wir aussähen wie Bruder und Schwester.
Dich haben sie Deborah genannt.
Deborah.
Hat nie zu Dir gepaßt.
Und alle haben gesagt, daß wir heiraten müßten, wenn wir groß sind.
Und daß wir dann immer zusammen bleiben.
Haben wir aber nie gemacht. Obwohl ich manchmal dran gedacht habe.
Du warst die erste in der Klasse, die ’nen Busen gekriegt hat.
Martin hat gesagt, daß Du die beste wärst.
Die Jungs waren alle in Dich verknallt, aber ich war immer der Loser.
Ich hab immer nur zugucken dürfen, wenn die versucht haben, Dich auszuziehen.
Wir waren Freunde – zu mehr haben wir es nie gebracht.
Ich hab Dich manchmal nach Hause gebracht, aber das hat Dir nie was bedeutet.
Weil Du immer so beliebt warst.
Kannst Du Dich noch erinnern?
Du hast in so ’nem kleinen Haus gewohnt mit Schindeln an der Wand.
Und wenn ich dann gekommen bin, um Dich zu besuchen, dann hast Du mich nie bemerkt.
Ich hab Dir dann gesagt:
„Laß uns im Jahr 2000 wieder treffen.
Wär? doch witzig, wenn wir dann beide erwachsen sind.
2 Uhr beim Brunnen die Straße runter.’

Was machst Du Sonntag?
Hättest Du Lust, mich zu treffen?
Kannst auch Dein Kind mitbringen...

Autor
SWR3

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