Stand:

Ich bin nur noch Stückwerk dessen, was ich einmal war.
Zuviele Tränen.
Zu weit weg von einem Zuhause.
Zu oft zu lange zu allein.
Manchmal glaube ich, dass mir nie jemand die Wahrheit gesagt hat
über das Erwachsenwerden, das Großwerden und die Kämpfe, die dazugehören.
Und mit meinen verworrenen Sinnen versuche ich herauszufinden,
was ich wo wie falsch gemacht habe.

Der Schatten eines Mannes, der einmal ich war.
Und so wie es aussieht, gibt es da auch keinen Ausweg mehr.
Ich war mal deine Sonne.
Jetzt zieh ich dich nur noch runter.
Hast du auch nur einmal versucht, dich an meine Stelle zu stellen?
Siehst du nicht, dass ich keine Wahl mehr habe?
Dass es keinen Sinn mehr macht, nach einem Sinn darin zu suchen?
Dass ich, egal wo ich hingehe, nur noch falsch gehen kann?

Zuviel Liebe.
Das bringt einen um, wenn man sich nicht entscheiden kann.
Genauso wie überhaupt keine Liebe.
Du stehst da, zerrissen zwischen dem, den du liebst und der Liebe, die du zurücklassen musstest.
Und das raubt dir die Kraft.
Lässt dich bitten, betteln, winseln, schreien, kriechen.
Und der Schmerz macht dich verrückt, bis du Opfer deiner eigenen Verbrechen geworden bist.
Der Weg führt direkt ins Desaster, weil du niemals auf die Zeichen geachtet hast.
Zuviel Liebe.
Lässt dein Leben zur Lüge werden.
Und du verstehst nicht, warum.
Würdest dein Leben geben, deine Seele, und es holt dich doch immer wieder ein.
Zuviel Liebe.
Tötet am Ende.

Autor
SWR3

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