Stand:

Mein Vater gab mir den guten Rat,
mit nahestehenden Menschen besonders sorgsam umzugehen!
Dabei paffte er gemütlich die Pfeife
und schaukelte seinen kleinen Liebling auf den Knien.
Achte auf deinen Umgang! Viele werden dich nur ausnutzen
und anschließend lassen sie dich wie eine heiße Kartoffel fallen!
Kümmere dich um die, die dir lieb sind, mein Kleiner!

Glücklich und zufrieden wuchs ich heran.
Meine Kumpel und ich tollten den ganzen Tag herum.
Und schon bald fragte ich Sally, das Mädchen von Nummer vier nebenan,
ob wir nicht mehr als nur Freunde sein könnten.

Wir haben geheiratet und ich stellte fest, die Ehe setzt andere Prioritäten!
Da zählen nur Mann, Frau und die eigenen Bedürfnisse.
Alles andere tritt in den Hintergrund.
Die Zahl unserer Freunde wurde immer kleiner.
Doch hinter der geschlossenen Haustür fühlten wir uns sicher.

Ich ging in meinem Job auf und mein Ansehen stieg stetig.
Aber unser Privatleben blieb mehr und mehr auf der Strecke!
Bald darauf bekam ich die Quittung für mein Engagement.
Sal und ich lebten uns unmerklich langsam auseinander
und am Schluss stand die Trennung.

Nach all den Jahren wurde mir klar,
eigentlich war ich der geborene Einzelgänger!

Nun paffe ich die Pfeife und niemand sitzt auf meinen Knien,
den ich schaukeln könnte.

In mich gekehrt, denke ich über die Sinnlosigkeit meines Lebens nach.
Die Worte meines Vaters noch im Ohr:
Beschütze die, die dir nahe stehen und achte auf deinen Umgang!

Autor
SWR3

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