Stand:

Es ist Nacht. Und der Mond scheint über der Bourbon Street.
Menschen,
Gesichter im Lichtkegel der Straßenlaternen,
der Mond.
Ich bete jeden Tag drum, dass ich stark bleibe,
weil ich weiß, dass ich das nicht tun darf, dass das falsch ist.
Und das geht schon seit Jahren weiter und weiter und weiter,
seit Jahren bin ich gefangen in diesem Leben, ich bin unschuldig,
ICH KANN NICHTS DAFÜR!!!
Ich geh doch eh schon nur noch nachts raus.
Hab einen Hut auf, dass keiner meine Augen sieht,
die Augen der Bestie im Gesicht eines Sünders mit den Händen eines Priesters.
Und sie geht Tag für Tag durch diese Straßen,
jung, unschuldig, aus reicher Familie.
Ich bin schon so oft, so viel zu oft Nacht für Nacht vor ihrem Fenster gestanden,
hab mit mir gekämpft, mit meinen Instinkten gekämpft.
Gott, was ist aus mir geworden, wie konnte das aus mir werden,
wo ich doch zu Gott bete.
Ich muss lieben, was ich vernichte und vernichten, was ich liebe.
Aber ihr werdet mich nicht sehen kommen.
Und ihr werdet meine Schritte nicht hören.
Nicht solange ein Mond scheint über Bourbon Street.

Autor
SWR3

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