Stand:

Sie war lang genug auf’m Mond.
Jetzt ist sie wieder in die Atmosphäre eingetaucht,
und glaubt, dass immer noch Jupiterpartikelchen in ihrem Haar rumhängen.
Und sie führt sich auf wie der Sommer persönlich,
aber wenn sie geht, dann sieht’s eher nach Regen aus.
Und dauernd macht sie mir klar, dass es immer eine Möglichkeit gibt, sich zu ändern.
Seit sie wieder da ist, hört sie zu wie der Frühling, aber redet wie der Juni.

Die Ferien vom ich sind vorbei,
auf dem Rückweg hat sie so ziemlich bei jedem Sternbild reingeschnuppert
und jetzt probiert sie’s mal mit Mozart und macht nebenher Tae Bo.
Und erinnert mich, dass es immer Raum zum Wachsen gibt.
Jetzt, wo sie wieder da ist, krieg ich langsam Angst,
dass sie mich für einen von den Typen hält, die so viel Schiss vor’m Fliegen haben, dass sie gar nicht erst landen.

Sag mal, bist du eventuell der Sonne zu nahe gekommen?
Oder hast du’s bis zur Milchstrasse geschafft, um dann festzustellen, dass die Sterne doch nicht ganz so hell sind und der ganze Himmel überhaupt etwas überbewertet?
Oder bist du von einer perfekten Sternschnuppe runtergefallen?
Oder hast du’s endlich mal geschafft, etwas zu lange im Licht zu tanzen?
Oder hat dir möglicherweise die Venus das Hirn rausgepustet?
War das alles, was du finden wolltest?
Und hab ich dir manchmal gefehlt, als du da draußen nach dir gesucht hast?

Weil: stell dir mal vor wie’s wäre ohne:
Liebe, Stolz, Tiefkühlhähnchen, erste Tänze,
ohne beste Freunde, die immer noch für dich da sind,
auch und obwohl sie wissen, dass du auf dem Holzweg bist?
ohne gefriergetrocknete Romanzen,
fünfstündige Telefongespräche,
ohne die beste Sojamilch, die du jemals hattest.
Und ohne mich?

Autor
SWR3

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