Stand:

Du hast dich losgesagt von mir.
Letzten Sonntag.
Morgens.
Angeklagt und erwürgt von der Wahrheit.

Ich weiß, dass es hart ist, wenn man nie genug kriegen kann.
Von all dem Guten, was es vielleicht noch geben könnte.
Und du hast nie genug davon kriegen können.

Als ich glaubte zu wissen, dass wir zusammengehören,
habe ich meine Ruhe verloren.
Hab versucht, mein Innerstes nach außen zu drehen für dich.
Und damals waren wir schon am Ertrinken.
Wir hatten schon den ersten Schlag nicht verwunden.
Haben es trotzdem versucht. Und es war trotzdem noch nicht genug für dich.

Du warst wie ein Schmetterling.
Haltlos.
Und jetzt bist du weg.
Wo, weiß ich nicht.
Kann dich nicht mehr sehen,
so sehr ich suche nach dir,
schaue, bis mir die Augen tränen,
am Boden liege, nackt.

Wenn du glaubst, dass du stirbst:
ich habe das Gleiche gefühlt.
Wir hatten gehofft.
Wann hört es endlich auf zu regnen?

Autor
SWR3