Stand:

Die Luft riecht.
Der letzte Eindruck ist zerstört,
auf dem Papier bleiben nur noch Flecken,
da wo früher die Worte standen, so als wären sie aus Wasser gewesen.
Und alle Veränderungen, die so unwichtig erschienen, kommen wieder hoch.
Ich glaube, es wird langsam kalt hier.
Obwohl ich in einem Feuer sitze, das um mich herum tobt, alles verbrennt.
Und mich mit seiner Helligkeit blendet.
Bis ich wie ein Kind durch die Dunkelheit stolpere.

Wenn wir miteinander geschlafen haben,
dann war ich jedes Mal fast wie schockiert von der Pracht deiner Haut.
Dieses Bild holt mich ein.
Ich hätte niemals geglaubt, dass wir es so schnell wieder miteinander schaffen würden.
Es hätte schön sein können, aber ich wusste,
dass du dich noch einmal würdest zerstören müssen. Irgendwann.

Das aber bitte vergib mir:
Wie hätten wir vor der Bitternis fliehen können,
die wir einander aufgeladen haben?
Angesichts all dessen, das ich niemals verstanden habe,
auch wenn ich immer und immer wieder versucht habe es zu zerlegen?
Nur: diese Hilflosigkeit sind wir.
Erstaunlich, wie sie in unsere Ecken und Kanten gekrochen ist,
uns abgeschliffen hat, die Wachsamkeit und Vorsicht
ausgelöscht, überflüssig gemacht hat.
Wir haben uns mit jedem Atemzug geködert,
gewollt und gewärmt.
Vorsichtig auf jedes kleine Zeichen gewartet,
das sich im Bewusstsein einbrennt und eine Rettung aufzeigt.
Erinnerst du dich, wie ich dich runter zum Fluss getragen habe?
Das Wasser war schmutzig, am Ufer begann es zu frieren.
Am nächsten Morgen war es fest gefroren.

Ich sehe noch das erstaunte Lächeln auf deinem Gesicht, als ich deine Hand losgelassen habe.
Ich wollte dich wieder festhalten, verzweifelt festhalten.
Aber du warst auf deinem Weg, in deinem Wasser und schon zu weit darin.
Hast mich so einfach überlistet, dich gehen zu lassen.
Dich frei zu geben.

Ich habe nie geglaubt, dass du mich so schnell wieder fesseln würdest.
Es ist schön, aber es ist so, als ob mein Zerstörer wieder wach geworden wäre.
Der das an mir zerstört, was nicht ich bin.
Dieser Zerstörer bist du und warst du. Bleib es bitte.

Autor
SWR3